Büchcranzeige, Recension.
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sionsexemplnre zu versenden habe.^ Die Jcnaischc Littcraturzeitungbezahlte in? ersten Jahre ihres Bestehens die Recensionsexemplare mitDrittelrabatt, widerrief es aber schon im Jahre darauf und verlangteGratiseinsendung. Übrigens lockte das Journal die Buchhändler nochdurch die Vergünstigung an, daß denen, die ihre sämtlichen Vcrlags-artikcl einsendeten, die Ankündigungen unentgeltlich eingerückt wurden,während andere sie zu bezahlen hatten.^ Die Gratiscinsendnng derRecensionsexemplare war jedenfalls das Übliche. Daß außer derportofreien Einsendung des Ncccnsionsexemplars noch ein besonderer(sogleich mit einzusendender) Geldbetrag von fester Hohe verlangt wurdewar Ausnahme. Gewöhnlich baten die Journale um Einsendung allerNeuigkeiten mit der Erklärung, daß alles, was von der nächstgclegcnenMesse gerechnet innerhalb eines (seltener: eines halben) Jahres rccensicrtworden sei, als Freiexemplar abgeschrieben, das übrige bar (gewöhnlich:zum Nettopreise) bezahlt werde.^ Klagen darüber, daß die Bücherohne rcecnsicrt, ja selbst ohne angezeigt zu werden, zurückbehalten unddoch nicht bezahlt würden, fehlen nicht. ^ Bei der' „Berlinischen ge-lehrten Zeitung" (Berlin , Pauli) erhielten die Mitarbeiter um dasJahr 1780 vier Thaler (in Gold ) auf den Druckbogen, die JenaischeAllgemeine Littcratur-Zcitung abcr^" zahlte für den Druckbogen 15 Nthlr.Die Redaktion sandte entweder dem Recensenten eine Partie Bücher ausseinem Gebiete zu, oder der Reccnscnt traf die Auswahl selbst uach demMcßkatalog. Bei der „Jcnaischen" war die Einrichtung getroffen, daßdie Mitarbeiter eine Liste der Recensionsexemplare zugeschickt erhielten,aus der sie sich Bücher auswählten. Daß der Recenscnt gewissen Ver-suchen der Beeinflussung ausgesetzt war, ist selbstverstüudlich. Ein Re-ceusent eines kritischen Blattes in Nicdcrsachscn wurde iu den neunzigerJahren von einem schriftstcllcrnden Pastor des nächsten Ortes gebeten,„sein Büchlein mit Liebe zu behandeln und Nachsicht und Geduld mitihm als einem erst angehenden Schriftsteller zu haben". Er unterstehesich zugleich, „eine sclbstcn gebaute Gans zu übcrschickcn", die dahersicher so gut wie die übrigen sein würde, die er verzehrt hätte, und ihm„gewiß Schonung erwerben würde". „Die bald nachher erschieneneRecension", setzt der Erzähler dieser appetitlichen Historie hinzu, „be-wicß, daß der Recenscnt und der Herr Pastor einerlei Geschmack hatten".'"Auf giftgcschwollcnc rcccnscntcnfresscrischc Broschüren junger „Skribler",