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s, Kapitel: Der Horvllth-Göschenschc Rcformversilch,
billigen Preisen dennoch mit gutem Nutzen arbeitenden „Partieuliers"!Wir haben sie im vorigen Kapitel nach ihrer organisationögcschichtlichcnSeite kennen gelernt, die Privat- und Kaufleute inner- und außerhalbDeutschlands , die, in weitem Umfange namentlich von Verlag undGroßsortiment, aber auch vom übrigen Bnchhandcl mit Freuden be-nutzt, als Kommissionöbnchhändler wirkten. Überhaupt aber fanden fichin außerordentlich hohem Maße überall in der Welt namentlich derGelehrten und Beamten die Sammelbecken buchhändlcrischcn Vertriebs.Professoren, Repetitoren, amtliche Vorgesetzte verschrieben die Bücher fürihre Studenten, Schüler, Beamten, gewöhnlich mit eigenem Nutzen.Offiziere kündigten Leihbibliotheken, Professoren Jonrnalzirkcl an. Post-selrctäre, Eonvoy-Schrcibcr und dergl. trieben einen wahren Buchhandel.Speziell in Süddcutschland uud Österreich werden wiederholt die Priesterund geistlichen Ordcnshäuser (die den Vorteil mautfrcicn Bezugs hatten >als die größten nnd gefährlichsten Konkurrenten genannt. Eng ineinanderverwachsen waren damals Selbsthandcl, Selbstverlag, Bcrufsbnchhandcl!,.Dergleichen Übclstände zwischen den Gelehrten und Buchhändlern würdenwegfallen, wenn der Buchhandel unter klüglich festgesetzten Regeln zueiner Innung gebracht würde, nicht gerade, um dem Gelehrten dasSelbstvcrlcgcn zu verwehren, sondern vielmehr, um zu verhüten, daßfcruerhiu nicht mehr wie bisher, jeder, der weder im Lehr-, Wehr- undNährstande ein hinlängliches Auskommen saud, am Ende noch seinHeil als Buchhändler versuchen könnte!"" Im übrigen aber triebennicht nur Littcratcn und Kanflcutc, sondern sogar Handwerker mit BüchcruHandel."
Während die Welt der Bücher und der Buchhändler sich mehr undmehr überfüllte, sich verbreiterte und in vieler Hinsicht verflachte, wollteman umgekehrt einen unter solchen Umständen doppelt verhängnisvollenRückgang des Büchcrkaufcnö beobachten. Es war eine Beobachtung, derals einer Thntsache allgemeiner Geltung von Buchhändlern selbst (z. B.Göschen, Reimer) entschieden widersprochen wurde, bei der aber nebenaltbekannten Dingen — Journal, Lcscgesellschaft, Leihbibliothek — dochauch neue, cntwickcluugsgcschichtlich nicht uninteressante Punkte znr Sprachekamen. Unser voriger Band hat die Thatsache registriert, daß in Ver-zeichnissen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Zahl der großenPrivatbibliotheken auffällig zurückzugehen beginnt. Diese Wandlung wird