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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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568 9. Kapitel: Der Horvath-Göschcnsche Refornwersuch,

Zinsen gerechnet). Sie halten das auch für andere Orte für zutreffend;würde man auch dank niedrigerer Preise von Laden, Kontor, Sub-sistcnzmitteln vielleicht nur auf 11 oder 10"/<> kommen, so seien dafürdort der Verkehr geringer und die Abgaben öfters höher. Zu den12 "/o Geschäftsspesen kommen aber noch 10"/,, Verluste, nämlich 5°/auf böse Schulden und 5"/^ auf liegenbleibende Bücher. Sie bemerkenendlich, daß dabei der verminderte Rabatt auf Journale, Kalender, Taschen-bücher und Prünumcrations- und Subskriptionswerke noch nicht berück-sichtigt sei, der oft nur 25 "/g betrage, ja bis aus 10"/^ falle, sodaß oftder Rabatt geringer sei als der eigene Nutzen. Wie hier die FrankfurterFirma, so gab im Jahre darauf auch Heyer in Gießen^ auf Grundeigener, über mehrere Jahre sich erstreckender Berechnung die eigentlichenHandlungsunkosten einer Sortimentshandlung auf 12"/,, vom Jahres-umsatz an (er führt außer den von Varrcntrapp K Wenner bezeichnetenPosten noch auf: Kommissionsbcsorgungen in Leipzig und andern Orten,Reisekosten znr Messe nach Leipzig , Gcwölbezins daselbst, kostspielige Lebens-untcrhaltnng daselbst, Markthelfer u. s. w., Zeitungs-Jnscrtionsgebührenund schreibt deutlicher: Ernährung und Besoldung der Gehilfen) undebenso böse Schulden und liegenbleibende Bücher auf je 5"/. Die Un-kosten betragen also wie bei Varrcntrapp K Weimer 22 "/. Der Buch-händlerrabatt beträgt nach ihm zufolge des verminderten Rabatts aufdie soeben bei Varrcntrapp genannten Artikel im Durchschnitt 30"/.Je nachdem, ob man 33^/z oder 30 Prozent annimmt, ergibt sich einReingewinn (ohne Kundenrabatt) von 11 '/z oder 8 Prozent. Beide Auf-stellungen, die Frankfurter und die Gicßcner, geben also ihre abschließendenZiffern, 22"/ Unkosten und 11^"/» Neingewinn ohne Abzug einesKundenrabatts, mit der Anmerkung, daß die letztere Ziffer eigentlich zuhoch sei; nach Wortlaut und Ziffcrwerk der Gicßcner Berechnung be-trüge er, gcnau wie bei Franke, 8"/^; die Fassung bei VarrcntrappK Weimer deutet auf eiuen zwischen den Ziffern 11^/z und 8 liegendenProzentsatz hin.

Es ist merkwürdig, daß die Buchhändler bei diesen Untersuchungenso viel von Verhältnissen und so wenig vom thatsüchlichcn Umsatz sprechen.Bensen und Franke, die einen solchen angeben, setzen Kleinbetriebe voraus.Die von Franke angenommene Sortimcntshandlung würde heute einenUmsatz von ctwa 2Z000 Mk. und, auch wenn man annimmt, daß kein