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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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570 9- Kapitel: Der Horvath-Göschcnschc Rcfonnversuch.

hatte Ende der 1780er Jahre einen durchschnittlichen Jahrcsübcrschußvon 1965 Rthlrn.; in Berlin hatten manche einen Jahresumsatz von2030000 und einzelne von 50-60000 Rthlrn.^; Nicolai zahlteallein für sein Berliner Geschäft jährlich an Porto 1100 und an Fracht600 Rthlr.^; Nicolovius zahlte zu Sude des Jahrhunderts rund 1500Rthlr. Porto, nach der Porto-Erhöhung 2000 Rthlr.). Freilich, währendBensen seinem Sortimcntcr, selbst wenn ihm nichts liegen bleibt, den Ver-dienst von 220 Rthlrn, (1600 Mk.) läßt und Franke ihn verschuldenläßt, gibt Rcbmann, der wie so viele damalige Schriftsteller mit dem Buch-handel, speziell auch dem Erfurter, enge Fühlung hatte, den Jnhrcsvcrdicusteines Erfurter Buchhändlers durch Sortimentsverlauf auf (höchstens")6800 Rthlr. (45006000 Mk.) an, und er thut das in einemZusammenhange, in dem er die Lage des Erfurter Buchhandels als un-günstig zu schildern sucht-^; und das Perthcösche Sortimcutsgcschüft iuHamburg hatte in den fünftehalb Jahren 1796/98 einen Jahresumsatzvon 16000 Rthlrn. » 120000 Mk.) und einen jährlichen Reingewinnvon (kaum") 1560 Rthlrn. O 11500 Mk., also fast 10°/ vom-Umsatz; der Gewinn verteilte sich auf drei Gesellschafter, was hier nichtiu Betracht kommt). Denken wir aber andrerseits nicht nur an dieunter Umständen enorm hohe Einbuße, die der Knndenrabatt für jedes,mich das größte Bcrlagösortiment bedeutete welcher Geschäftsmann,ruft Heyer denen zu, die auf denAusgleich" durch den Verlagsgcwinnhinwiesen, wird mit der- Linken verschenken, was er mit der Rechten ge-winnt?, sondern namcutlich an die Erbitterung, die den an dieTauschübung sich festklammernden und mit dcu Überliescruugcn des vollenTauschhandels gesättigten kleinen Verlcgcrsortimcnter erfüllen mußte, dersich in die Tiefe desKrämers" herabstürzen sah, und in eine Tiefe,die noch dazu von dem schon in mittlerer Höhe weniger spürbaren Pest-hauch des Kundenrabatts erfüllt war. Umsatz! Preis des einzelnenArtikels! ruft der junge Berliner Verleger Georg Andreas Reimer , dasentscheidet! nicht, ob das Maß des Buchhändlerrabatts einige Striche höheroder tiefer geaicht ist! Die Bttchcrprcisc sind seit der Mitte des 18. Jahr-hunderts so gestiegen, daß sich der Gewinn des Sortimcntcrs heute zudem von damals verhält wie 5 zu 1. So sind die Bedürfnisse nichtgestiegen! Dazu wird er begünstigt durch einen sich immer mehr ver-längernden Bnchhäudlcrlrcdit, durch die Einführung des Übertrags und