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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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9. Kapitel: Der Horvath-Göschensche Rcformversuch.

einer ungeheuer gesteigerten Konkurrenz, eines früher unbekannten Wu-cherns desBrotneides" zu stehen.Buchhändler zu seyu, war sonstein Stolz. Buchhändler, und thätiger, redlicher, wohlhabender Mannwaren fast gleichbedeutende Worte". Jetzt:Ein Ungewisses Treiben,Drängen, Winden, Schlüpfen und Quetschen."^ Von der Mitte derachtziger Jahre an etwa datierte man dieses neue eiserne Zeitalter, unddie sechziger und siebziger Jahre erschienen nun als die gute alte Zeit,eine Blütezeit, ein goldenes Zeitalter. Man sprach uud datierte soschou um die Jahrhundertwende, und später hat der größere Abstandder Zeit diese Überzeugung nur befestigt und diese Dinge nur klarerüberblicken lassen.^ Und dieses Gefühl drängte stark und uuaufhaltsamauf eine Reform des Buchhandelsan Haupt und Gliedern". DasReformverlangcn wurzelte in der Erfahrung des buchhändlcrisch - littera-rischen Wachstums und Mißwachstums; daraus erhob sich der festeStamm der Überzeugung: daß feste Normen nötig seien, die dem Streitund Widerstreit der geschäftlichen Gebräuche in dieser Zeit organisato-rischen Wandels ein Ziel setze; und was den größten Raum einnahm,in aller Sichtbarkeit am weitesten nach allen Seiten sich erstreckte, daswaren in starken Ästen, feinerem Gezweig und einem ganzen Blätter-meere die Klagen über hunderterlei Mißstände: über zu leichte Gewährungeinerseits, Mißbrauch andrerscis des Kredits, Überhandnehmen und Aus-beuten der Neste , der Defekte,stürmisches" Betragen und Betrügereienbeim Abrechnen uud Saldiere«, betrügerische Verwendung von Vcrlang-zcttetn, Betrügereien durch die Markthclfer und auf sonstige Art, aller-hand Schwierigkeiten, Kniffe und Betrügereien im Konditionswescn,verspätetes Eintreffen zur Messe, verspätete Ablieferung der Ehange,vorläufige ungefähre Preisansätze, die dann überschritten werden, u. s. w.Dabei kreiste in dem Saftstrom dieser Neform-Eschc, die in Leipzig , derMitte der Buchhäudlcrwclt, emporwuchs, zugleich ein reiner und tief-empfundener Idealismus;

I»m Käs», st MX, st bonoi', pucloi^ue

Isisens, st nsZIsetg, isäidit virtus,

so schrieb man über die Eiugaugspforte der Neformjahre, und es wehtuns noch heute aus der vergilbten Handschrift gleichsam ein starker,freudiger uud entschlossener Glaubcnsmut entgegen, wenn wir das,,1'sdidit," darin kräftig unterstrichen sehcu. Ehre und Zucht Treue,