Vorbereitung des Horvathschcn Reformvcrsuchs.
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Was den Kundenrabatt betraf, so wurde wiederholt die Notwendig-keit seiner unbedingten Abschaffung ausgesprochen. Daß darin das einzigdurchgreifende Mittel der Besserung gegeben sei, davon war man weithinüberzeugt. Ob freilich ein durchführbares? Auch die überzeugten Gegnerdes Kuudcurabatt zweifelten daran fast allgemein ebenso, wie der Neichs-buchhändler im Lustspiel. Besonders glaubte man mit Sicherheit voraus-sehen zu können, daß Leipziger Handlungen sich ausschließen würden.''"
Gerade mit dem Jahre 1800 begann die Reform des Buchhandelsgreifbare Gestalt cmzuuehmcn. „Konnte nicht in der nächsten Ostermcsse(1800) eine Vereinigung zu Staude kommen, welcher irgend ein ehr-würdiger Veteran unter den Buch Händlern an der Spitze stände, undzum Beitritt zu diesem Bunde nur diejenigen Buch Händler aufforderte,welche es verdienten, Thcil daran zu nehmen? — AchtungswcrtheGlieder des Buch Handels! — ich nenne keine Namen, nm nicht nied-riger Schmeichelei geziehen zu werden — Möchte Ihnen doch unter somancher Empfindung, welche das Gehen und Kommen zweier Jahr-Hunderte erweckte, auch der Entschluß werden, im ersten Jahre desXIX. Jahrhunderts einen Entwurf zu einem Kodex für den Buchhandel,in allen seinen Geschäften, auf die nächste OstcrMesse nach Leipzig mit-zubringen. Jeder sage dann seine Meinung, und aus dieser Summeverschiedener Meinungen ziehe juristische und merkantilische Erfahrung,Achtung für Wissenschaft und Gelehrsamkeit und Gefühl für die Wichtig-keit des Buchhandels ein Resultat. . Mit diesem Kodex trete 1>ann derBnchhändler vor die Throne der Fürsten . ." Die Makulaturtausch-händler, die unordentlichen Zahler, die Nachdrucker und ihre Helfershelferund die Zotcnhündlcr müßten von diesem Vereine ausgeschlossen, dieNachdrucker und Zotenhändler öffentlich bekannt gemacht werden.^
In der Jubilatcmcsse 1801 bildete sich eine Neformgruppe unterder Leitung des Leipziger Buchhändlers Voß, des Verlegers des All-gemeinen literarischen Anzeigers. Von einer allgemeinen Neformvcr-sammlnng sah man ab; man befürchtete davon nur „mehr tumultuarischcVerwirrungen". Man dachte statt dessen daran, gewisse vorläufigePunkte aufzusetzen und sie nach der Messe durch Eireular einem wcitcrnKreise zur Prüfung vorzulegen.^ Es kam auch dazu nicht, und dieNcsormvcrsammlnng, von der so viel geredet worden war, wurde derGegenstand des Spottes und die Beute der Satire. Ein Schriftchcn
Geschichte des Deutschen Buchhandels. III. 37