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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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4. Kapitel: Der Durchbruch der neuzeitlichen Organisation.

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Novitäten uud zwar durch den Kommissionär, nur ein, zwei bis drei Exemplare,Juridica, einzelne Predigten und Dissertationen aber überhaupt nicht zuzusenden(Bibliothek des Börsenvercins, Archiv für Geschichte des Deutschen Buchhandels,V, 208). Mich. Macklot in Karlsruhe bat 1766 die Nova zwei bis vier-mal, Öconomia und Forstwirtschaftliches sechs bis achtmal beizulegen (6. Sept.1766; Bibliothek des Börsenvereins). Albrecht F. Bartholome in Ulm 1769bat die Novitäten inproportiynirter Anzahl" zu senden, von theologischenSachen nur ein, höchstens zwei Exemplare, von einzelnen Predigten und Dis-putationen nichts (Circnlar, MM 1769, Bibliothek des Börsenvercins. Vergl.auch Etablissements-Circnlar, Straßburg , 9. April 1785: Archiv V, 208). DieAndrcäischc Buchhandlung in Frankfurt a. M. ersuchte 1776 um drei bis vierNova, aber mit Ausnahme von einzelnen Predigten nnd Kleinigkeiten zn einemoder zwei Groschen (Circ. 30. Sept. 1776; Bibliothek des Börsenvereins). Allediese drei Circularc bezichen sich auf die Michaclismcssc; Macklot und die An-drcäischc Buchhandlung geben besonders an, daß sie wegen Nichtbcsnchs derMichaclismessc um Novitäten bitten. Joh. Gerold in Wien zeigte zur Ostermcsse1784 au, daß cr die Leipziger Messen nicht mehr besuche; in eincm Circular vom6. Sept. 1785 erbat er sich von Novitäten, von denen er seit der Ostcrmesse 1784bis zum Datum des Circulars nichts erhalten habe, willkürliche Anzahl, aberaußer juristischen Sachen und kleinen Pieccn von zwei bis drei Bogen (Circ.6. Sept. 1785? Bibliothek des Börseuvereins).

W) Hr in Z, Neuer deutscher Zuschauer, III, 1790, Heft 9.

ss) Daß Reichunter keiner Bedingung cwas zurücknimmt", wird vomGerechtfertigten Nachdrucker" (Leipzig 1774) besonders hervorgehoben. Reicheteilt 1782 mit, daß schon viele, besonders entfernt wohnende Buchhändler, die nur»och die Ostermesse besuchten, erklärt hätten, sie könnten mit niemandem handeln,der nicht einwilligte, daß das zu Ostern genommene nicht schon zur Michaelis-,sondern erst znr Ostermcsse remittiert wcrdc. Gclehrtcnbnchhandlung und Verlags-kasse führten deshalb damals den Konditionsvcrkehr ein.

,>w) Wedel in Danzig schreibt im Jahre 1777 an Reich, cr müsse seit 1774einen Zoll von 4 gr. pro Zentner zahlen nnd müsse doch, der KonkurrenzNicolais halber, mit den Berlinern gleiche Preise halten.Wenn ich auch die25°/ rechucn will, so stehen diese nicht davor, was mir auf dem Lager liegenbleibt." Deuu die großen Handlungen würden jetzt Fabriken und auch sonstwürde manches gntc Papier mit schlechtem Inhalt bedruckt. Auch WeidmannsBücher seien vor dem Schicksal, Ladenhüter zu werden, nicht sicher. Er müssedeshalb einiges remittieren. Fcrstl in Graz schreibt um 1780 ebenfalls an Reich:Es hat mir lcid geuug gcthau, daß ich Ihnen Verschiedenes rcmittiren mußte.Was ich selbst begehre, werde ich Jhuen niemals zurückschicken."

gi) Neues Archiv für Gelehrte, Buchhändler und Antiquare, Erlangen 1795,1. Woche, S. 12.

ss) Hr in Z, Neuer deutscher Zuschauer, III, 1790, Heft 9.

zz) fJoh. Jac. Bauers Gespräch im Reich der Tvdten u. s. w. Nürnberg 1770, S. 2224.

üy sFr. Tr. Hartman»,^ Hieroglyphen, II, Berlin 1731, S. 13.

S5) Circular von Ebcrh. Kletts Wittwc & Franck, Augsburg , 31. März 1787;Bibliothek des Börsenvercins.

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