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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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niemals so sehr gearbeitet, wie in Zeiten der Teuerung; durchnichts würde die Erfindung nützlicher, Arbeit sparender Werk-zeuge gleich befördert; durch nichts aus den Arbeitern gleichuntertänige Diener" gemacht. Die Konkurrenz unter denArbeitern aber bewirke in solchen Zeiten sogar billige Löhne.Wenn sich selbst überlassen, bewege sich die Entwicklung ineinem Kreislauf. Billige Preise bewirkten Faulheit, dieseMangel und Teuerung, letztere Fleifs und TJberflufs. Wenndagegen durch kluge Mafsregeln der Regierung hohe Lebens-mittelpreise dauernd erhalten werden könnten, so würde diesauch den Fleifs dauernd erzwingen und damit ein dauernderUberschufs der Produktion erreicht werden, der die Gelegen-heit zur Eroberung fremder Märkte eröffne.

Daher sei es die Aufgabe des Königs, die Getreidepreisedurch Wiedereinführung der Ausfuhrprämie in der Höhe zuhalten 1 .

2) Dem gegenüber erheben sich bereits im vorigen Jahr-hundert Verteidiger billiger Lebensmittel, insbesondere Gegnerkünstlicher Steigerungen der Preise. Der früheste Verteidigerdieses Standpunktes ist, soweit mir bekannt, Josiah Child ,bereits 1693. Er greift die Gewohnheit von Lohnfestsetzungenan, die im Interesse von niedren Löhnen gemacht würden.Dies sei möglich gewesen, so lange England kein gewerblichesLand gewesen sei. Gegenwärtig müfsten niedre Löhnedagegen Abflufs der geschicktesten Arbeiter nach besserzahlenden Ländern herbeiführen, wie denn in der That zahl-reiche englische Seeleute nach Holland zögen 2 .

1 Die gleiche Ansicht findet sich in J. Houghton, Husbandry andTrade improved. Revised, corrected and published by R. Bradle.London 1727. S. 266.

2 Josiah Child, New Discourse of Trade. London 1693. S. 10 u. 11.