müsse, wenn nicht zum Aufstande, zu allgemeiner Stumpfheitund Lethargie führen. Der Verfasser bestreitet jenen Satz,dafs bei hohen Löhnen und niedrigen Preisen weniger gear-beitet würde als im entgegengesetzten Falle; zwar könne eineplötzliche Lohnerhöhung im einzelnen Falle zu geringererLeistung führen, im allgemeinen jedoch werde mit mehrKraft und Liebe gearbeitet werden, je mehr der Arbeiterdadurch seine Lage verbessern könne. Einen ähnlichen Stand-punkt vertritt J. Anderson , dieser jedoch unklar und ohnegenügende Begründung f Uberhaupt stehen die angeführtenarbeiterfreundlichen Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts darinden Verteidigern der entgegengesetzten Ansicht nach, dafs sieweit weniger als diese Beobachtungsmaterial anführen und sichzumeist auf allgemeine Ausführungen beschränken. Eine Aus-nahme macht Josiah Tucker , welcher das Problem lediglichnach den Gesichtspunkten der Erfahrung beurteilt und dabeizur Verteidigung hoher Löhne kommt. Er verweist darauf,dafs in einem Lande mit hohen Löhnen und viel Kapital ge-rade die Produkte hergestellt würden, welche viel Arbeit er-forderten , während weniger kultivierte Länder mit niedrenLöhnen in den Waren ihre Stärke hätten, bei deren Her-stellung die Natur einen grofsen, die menschliche Arbeit einengeringen Anteil hätte. Tucker führt hierfür eine Reihe vonBeispielen an. Schottland produziere Holz, England den mehrArbeit erfordernden Weizen, gewisse Teile Süd-Englands dienoch mehr Arbeit erfordernden Gartenprodukte, trotzdem seiendie landwirtschaftlichen Löhne in letzteren Gegenden amhöchsten und in England höher als in Schottland . Horn,Wolle, Häute würden in Ländern mit niedren Löhnen erzeugt;ihre Verarbeitung geschehe dort, wo die Löhne hoch seien.
1 James Anderson, Observations on the means of exciting a spiritof national industry. Edinburgh 1777. S. 277.