Auch Benjamin Franklin hat diese Auffassung inseinen „Observations concerning the increase of mankind" ver-treten, später sie jedoch mit der entgegengesetzten vertauscht 1 .
4) Die Genannten bekämpft Adam Smith , Bd. I Cap. 8seines Hauptwerkes. Er lehrt, dafs hohe Löhne und niedreGetreidepreise eine Steigerung der Arbeitsleistung bedeuten.Gut genährte Menschen arbeiteten besser als schlecht genährte,solche, die guter Dinge seien, besser als gedrückte, gesundebesser als solche, die häufig Krankheiten unterlägen. Die ent-gegengesetzte Ansicht beruhe darauf, dafs in teuren Jahrendie Arbeiter allerdings unterwürfiger und abhängiger, aberkeineswegs arbeitsfähiger seien als in billigen Jahren.
Adam Smith beruft sich dabei auf die Aufstellungen vonMessance, receveur des Tailles del'Election de Saint-Etienne,Röcherches sur la population des Generalites d'Auvergne , deLyon, de Rouen. Paris 1766. Die bezüglichen Stellen findensich S. 287—292 und 305—308. Messance bestreitet die An-sicht, dafs der Arbeiter nur für den baren Lebensunterhaltarbeite und, wenn er diesen erworben habe, der Faulheit ver-falle. Vielmehr arbeite er nach Befriedigung des Hungersweiter, um seine höheren Lebensbedürfnisse zu befriedigen;er kaufe Industrieprodukte und verwende sein Geld auf bessereWohnung und bessere Einrichtung. In Jahren billiger Ge-treidepreise würden insbesondere mehr Kleider gekauft unddaher mehr Gewebe hergestellt, als in schlechten Jahren. DerVerbilligung des Getreidepreises wie der Steigerung der Löhneinnerhalb des letzten Jahrhunderts sei die Blüte der franzö-sischen Gewerbe in erster Linie zu danken, ebenso die Ent-wicklung der Viehzucht, der Gartenkultur und des Weinbaues,deren Produkte nun erst Konsumenten fänden. So hätten selbst
1 Vergl. Roscher, Handbuch Bd. I § 173 Anm. 3.