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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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gedacht. Johann Beckmann erzählt im ersten Bande seinerBeiträge zur Geschichte der Erfindungen und gleichlautend,mit Ausnahme der Zeitangabe, Marx im Kapital, dafs bereitsgegen 1579 die Maschinenweberei in Danzig erfunden worden sei.

Also nicht technische Gründe waren es, welche den wirt-schaftlichen Umschwung gegen Ende des vorigen Jahrhundertsherbeiführten, vielmehr war es das Zusammentreffen einerReihe wirtschaftlicher Momente, welches zu den technischenFortschritten führte; längst gemachte oder wenigstens halb ver-wirklichte, aber bisher wirtschaftlich wirkungslose Erfindungenwurden erst damals zum modernen Grofsbetriebe verwandt. Esist hier nicht der Ort, diese wirtschaftliche Grundlage desgewerblichen Umschwungs des näheren auszuführen, da dieseAufgabe eine besondere Untersuchung beanspruchte. Vielmehrgenüge es, den Grundgedanken der Entwicklung namhaft zumachen.

1) Wie oben bemerkt, besteht die mittelalterliche Gesell-schaft aus einer Summe selbständiger Einzelwirtschaften, welchenur in geringer Weise durch Tausch mit einander verknüpft sind.Was der einzelnen Wirtschaft an Gütern zukommt, bestimmtSitte und Recht, insbesondere der Stand, in dem der Trägerder Wirtschaft geboren ist. Das revolutionäre Element in dermittelalterlichen Gesellschaft ist der Kaufmann ein Fremd-ling im Lande, ursprünglich als Feind behandelt. Gegenüberder Agrarwelt des Mittelalters vertritt er eine neue moderneDenkweise. Während dort die Lose des Lebens durch Sitte undRecht bestimmt werden, beseelt ihn das Streben nach gröfstinög-lichem Gewinn der ersteself-made-man" im heutigen Sinn.

Der Handel bringt Reichtum. Um ihn zu begünstigen,mufs eine besondere ihm dienende Rechtsordnung geschaffenwerden. Während das Recht im übrigen Stammesrecht ist,wird für den Handelsverkehr ein von der Persönlichkeit los-