Druckschrift 
Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

findungen die Erfinder allenthalben verfolgt. Auch die erstenenglischen Fabrikanten machten ähnliches durch; ihre Anlagenwurden zerstört, ihr Leben bedroht. Kay, der Erfinder derSchnellschütze (1738), mufste sein Heimatland verlassen; diespäteren Erfinder waren meist gezwungen, in andern Graf-schaften ihr Glück zu versuchen, so besonders in Nottingham ,nachdem in Lancashire , dem Sitze der Textilindustrie, ihreAnlagen zerstört und ihr Leben bedroht worden war, so Har-greaves und Arkwright; auch der ältere Peel ist noch in per-sönlicher Lebensgefahr gewesen. Man sieht, die Rechtssicher-heit war auch in England damals gerade nur erst so weit ent-wickelt, dafs unter grofsen Schwierigkeiten und Gefahren dieErfindungen verwertet werden konnten.

3) Der gewerbliche Umschwung konnte sich nur vollziehenauf einem Gebiete, das frei war von einer rechtlichen Ordnungdes Gewerbes im Sinne der älteren Zeit. Eine solche Ord-nung besafs die festländische Baumwollindustrie. Man brauchtnur die Beschreibung zu lesen, welche Bein von der Industriedes Yoigtlandes giebt, um einzusehen, dafs unter solchen Um-ständen Erfindungen nicht in das Leben treten konnten. Dortwar alles geregelt. Das Spinnen geschah unter staatlicherAufsicht und die Garne wurden von Beamten eingesammelt.Das Recht des Webens war an die Mitgliedschaft der Zunftgeknüpft. Die Art der Produktion war auf das genauestevorgeschrieben; staatliche Schauämter übten Kontrolle. Fehlerim Gewebe wurden mit Strafen belegt. Ebenso war das Rechtdes Verlegens der Baumwollgewebe an die Mitgliedschaft derHändler-Innung geknüpft; gewerblicher Unternehmer zu sein,hatte fast die Bedeutung eines öffentlichen Amtes. Aufserandern Voraussetzungen bedurfte es dazu eines förmlichen

Bd. IV S. 560. So haben die Danziger den Erfinder derBandmühle"heimlich ersäufen lassen.