gannen mit 9 Jahren zu weben, nachdem sie schon vorhergespult hatten 1 .
Dafs unter solchen Umständen die Arbeiter damals keineAbnehmer der Industrie waren, ist selbstverständlich. Wasdie Blaubücher in dieser Hinsicht enthalten, erinnert auf dasschlagendste an die von Herkner angeführten Berichte überdeutsche Arbeiterbudgets 2 .
So sagt jener Weber, dessen relativ günstiges Budget wiroben berührten: „In Bezug auf Kleidung thue ich, wie ichkann. Manchmal habe ich welche, manchmal sehr wenig.Ich borgte Rock und Weste, um vor die Kommission zukommen. Möbel kaufte ich nie in meinem Leben. MeineFrau ist mit Kleidung so schlecht daran, wie ich. Kochgerätkaufte ich noch nie, seit ich geboren bin. — —" Als Bettendienten mit Stroh ausgestopfte Baumwollsäcke und als Stühlealte Theekisten 3 .
Merkwürdig, wie die Hausweber sich trotz ihres Elendslange der Gunst vieler Gönner erfreuten. So hat sie SirRobert Peel z. B. noch als loyale Unterthanen den Fabrik-arbeitern gegenübergestellt. In der That, wie die wirtschaft-lichen Grundlagen ihres Daseins erst spät der Herrschaft desHerkommens entzogen wurden, so auch die sie begleitende Vor-stellungswelt. Aber unter dem Druck hoher Getreidepreiseund niedergehender Löhne vollzog sich auch hier seit demKriege unabwendbar der Umschwung. An Stelle von Ab-
1 Comm. on Manufactures 11764, Com. on Handloomweavers 1834,die oben angeführte Aussage Oastiers; vgl. ähnlich Rechenberg a. a. 0.S. 37.
2 Herkner, Die sociale Reform als Gebot des wirtschaftlichenFortschritts. Leipzig 1890. S. 55 ff.
3 Vergl. Committee on Manufactures 11801, 11863; Comm. onHandloomweavers von 1834: 4972—4980.