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klar; so spricht Ure von einem „stillschweigenden Monopol",das England während des Krieges besessen habe 1 .
Dies änderte sich mit Abschlufs des Krieges; allenthalbenentstand eine einheimische Spinnerei, teils unter Zollschutz, soin Frankreich, aber auch ohne solchen, wie in der Schweiz .Vornehmlich wurde die Schweiz bald eine lehenskräftige Mit-bewerberin Manchesters nicht nur auf den eignen, sondern auchandern kontinentalen und Mittelmeermärkten 2 , wozu sieWasserkräfte und ein relativ feuchtes Klima befähigten. Auchscheint die Schweiz zuerst in den Besitz einer einigermafsengelernten Fabrikarbeit gelangt zu sein. So bemerkt Ure, dafsin der Schweiz die Bevölkerung vielfach Fabrikarbeit derHausindustrie vorziehe, kein leichter, aber ein um so bedeut-samerer Umschwung in den Volksgewohnheiten.
Ähnlicher Vorzüge, wie die Schweiz , erfreute sich dasElsass . Hier fanden sich in den dreifsiger Jahren bereits,wenn auch vereinzelt, Spinnereien, die an Spindelzahl denenglischen gleichwertig waren, so die Nägeli's in Mülhausen mit 80000 Spindeln und die von Schlumberger und Bourcartzu Gebweiler mit 54000 Spindeln. Insbesondere war manden Engländern auch durch chemische Kenntnisse und durchdie Zeichnung bei bedruckten Muslinen überlegen. So darf esgewifs als Zeichen industrieller Stärke gelten, wenn die Societeindustrielle um Einführung eines Fabrikgesetzes petitioniert,oder wenn der Präsident der Handelskammer Jean Dollfus für Ermäfsigung des Tarifs eintritt. In seiner Aussage vorder Enquete Commerciale 1834 und seiner Erwiderung aufgewisse Anfeindungen dieser Aussage 1835 erklärt er an derHand genauer Produktionskosten - Berechnungen, dafs grobeNummern im Elsass nicht teurer, sondern eher billiger als in
1 Ure, Cotton Manufacture II 398.
2 Ure, Cotton Manufacture I Einl. 31—33; Comm. on Manuf. 670.