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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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der Musterkarte, die Figurpunkte laut ablas und einen weiterenArbeiter, welcher nach dieser Anweisung die Schnüre, an denendie Schäfte hängen, mit den zum anziehen bestimmten Griffenverknüpfte und sodann zum weben aufser dem Weber denZiehjungen (draw boy), welcher während des Webens dasEmporziehen der so verknüpften Schäfte besorgte 1 ; auch hieralso durch die neueren Erfindungen eine aufserordentliche Er-setzung von Arbeit durch Kapital.

Eine eigentümliche Ähnlichkeit mit den soeben geschildertenVerhältnissen weist die damalige Handelsorganisationder Baum Wollindustrie auf. Ähnlich wie an der Hand derSpinnerei der moderne Grofsbetrieb sich entwickelt, so ist derMarkt des Rohstoffes bereits der fortgeschrittenste Produkten-markt der Welt, an welchem sich die Technik des modernenWelthandels ausbildet. Er erfreut sich schon in den dreifsigerJahren einer höchst entwickelten Arbeitsteilung. Wie dagegendie dem Konsumenten näher stehende Weberei technisch nochzurück war, so auch der zwischen Fabrikanten und Konsu-menten vermittelnde Handel.

Auch die Gründe dieser Erscheinungen sind ähnliche.Wie der Grofsbetrieb in der Weberei den der Spinnerei vor-aussetzte, so die gesamte Baumwollindustrie den Baumwoll-markt. Die Anlage ungeheurer Kapitalien in Grolsbetriebenwar nicht möglich, ehe man des regelmäfsigen Zuflusses desRohstoffes sicher war und ein organisierter Markt bereits dieGefahren äufserster Preisschwankungen verminderte. DieMöglichkeit eines solchen Marktes aber war gegeben, weilhier ausschliefslich kaufmännisch rechnende Leute sich be-gegneten. Anders im Verhältnis zum Konsumenten. Solangeder englische Fabrikant sich als Vertreter der ältesten Grofs-

1 Lire, Cotton Manufacture II 281287, Karmarsch, Technologie

II 97375.