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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Geldmarkt bereits auf Abflufs oder Zuflufs von Betragenempfindlich, welche gegen die Riesensummen des internationalenGüteraustausches nicht in Betracht kommen. Das gesamteEdelmetall einer Nation, das zu Schmuck und Industriezweckenverwandte eingeschlossen, würde nicht ausreichen, um auchnur während eines Jahres die Einfuhr zu bezahlen. So wurdez. B. 1880 dieser gesamte Edelmetallvorrat Englands auf etwa140 Mill. £ geschätzt, während die Einfuhr über 400 Mill. £betrug.

Von diesem Gesichtspunkte aus behaupteten die Baum-wollfabrikanten Lancashires, dafs gleichgültig sei, ob die Aus-fuhr ihrer Garne und Gewebe einem Ausfuhrzoll oder dieEinfuhr der zum Austausch erhaltenen Güter einem Einfuhr-zoll unterworfen werde. Da England seine gewerblichen Be-dürfnisse selbst befriedige, so könne die grofse Masse derEinfuhr nur aus Naturprodukten bestehen; teurere und demLuxus ungehörige Naturerzeugnisse aber würden nur gekauft,wenn das Bedürfnis nach Nahrung gestillt sei; darum sei Ge-treide die wichtigste Gegengabe fremder und ungewerblicherNationen für die englischen Baumwoll- und anderen Industrie-produkte. Auch verlange die Klugheit, dafs man das Haupt-austauschmittel ackerbauender Nationen zollfrei einlasse, wennman nicht vorzeitig den Ubergang zum Industriesystem her-beiführen wolle 1 .

Dafs das Handelsinteresse das ausschlaggebende war, er-giebt bereits der erste Aufsatz R. Cobdens, in welchem erdiese Frage streift. Die Authebung der Kornzölle sei dasMittel, um unter günstigeren Bedingungen den Kampf um denWeltmarkt aufzunehmen, die allenthalben neu entstandenenKonkurrenten zu schlagen.Die Korneinfuhr in ein Industrie-

1 Committee on Manufactures 882.