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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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Weniger deutlich vollzieht sich die gleiche Entwicklungauf dem Gebiete der Weberei. Denn hier kommt zu sehr dienoch gering entwickelte Kaufkraft der orientalischen Völkerin Betracht, welche die grobe Natur der StapelgeweheLancashires bedingt. Bei den feinen Gewehen für dieeuropäischen und amerikanischen Märkte dagegen hat künst-lerisches Können, Zeichnung und Farbengebung zu sehr Ein-flufs, als dafs die Engländer hier ein Monopol hätten ausbildenkönnen. Denn gerade in jenen Richtungen liegt seit jeherder Vorzug der Festländer.

Der technische Fortschritt vollzieht sich des weiterenim Ersatz der Arbeit durch Kapital, durch Steigerung derProduktion mit nebenhergehender Verminderung der Arbeits-kräfte. Beide Erscheinungen sind zunächst bei der Mule-spinnerei konstatierbar, welche in Lancashire seit jeher gegen-über der Throstle die Hauptrolle spielt. Während beidenArten der Spinnerei das Ausziehen des Fadens durch Streck-walzen (rollers) gemeinsam ist, besteht bekanntlich die Eigen-thümlichkeit der Mule, wie ihrer Vorgängerin, der Jenny, darin,dafs die Spindeln den Faden bald drehen, bald aufwickeln.Die Spindeln befinden sich auf einem Wagen, welcher sich ab-wechselnd von dem feststehenden, die Streckwalzen enthaltendenTeil der Maschine entfernt und sich ihm wieder nähert. Währendder ersten Bewegung erhält der Faden die Drehung sowienoch eine geringe Verlängerung, wobei die Streckwalzen,die den Faden der Spindel überliefern, in Umdrehung sichbefinden. Während der Rückfahrt sind dagegen die Streck-walzen unthätig, sodafs kein Faden mehr erzeugt, sondern dergedrehte lediglich aufgewickelt wird. Ursprünglich wurdedas Einfahren des Wagens (sowie die nötige Regierung desAufschlagdrahtes) von menschlicher Kraft besorgt (handmule);bei demselfactor" versieht beides die Maschine.

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