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Seit den dreifsiger Jahren ist die Leistung der einzelnenSpindel aufserordentlich gesteigert worden, teils durch Vervoll-kommnung, teils durch Beschleunigung der Maschine. Bereitsseit der Mitte des Jahrhunderts hat der Selfactor in England dieHerrschaft errungen, während in Deutschland sich diese Ver-drängung erst in den siebziger Jahren vollzog h Die Handmulewird in England heute nur noch ganz vereinzelt bei den aller-feinsten Garnen angewendet, deren Herstellung besondereFertigkeit des Arbeiters voraussetzt, und welche der Konkurrenzkaum unterliegen. Allmählich sterben die Handmules auchhier aus; 1883 wurde ihre Zahl auf 80 Paar in ganz Lanca-shire geschätzt.
Die Produktionsmenge des Selfactors wird durch dieZeit bestimmt, in welcher der Wagen die Aus- und Einfahrtvollendet, und die Länge des Weges, den er durchfährt. Indieser Richtung sind die Fortschritte seit Ure bedeutende ge-wesen. Folgende Beispiele sind als gewöhnliche Geschwindig-keitsverhältnisse anzusehen:
Länge der Ausfahrt
1836 1890 3
[No. 40 s. 58 Zoll 65 Zoll,No. 120s. 58
Zeit für eine Aus-I No. 40 s. 20 Sekunden 14 Sekunden.
und Einfahrt (No. 120s. 60 - 21 -
Ähnlich besitzt England gegenüber Deutschland eine nicht unbe-trächtliche Überlegenheit, obwohl gerade hinsichtlich der Ge-schwindigkeitsverhältnisse der Maschinerie in Deutschland selbst aufserordentliche Verschiedenheiten bestehen. Bezüglichder feinen Nummern, welche in Deutschland überhaupt nur
1 Bericht der Enquetekommission für die Baumwoli- u. Leinen-industrie, S. 14. 1877 sind 76,90 °/o der deutschen Spindeln Selfactors.
2 Ure, Cotton Manufacture II 400. Die Zahlen für die Gegenwartberuhen auf persönlichen Feststellungen in Oldham und Bolton.