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Handelskammer liegt er vielmehr in dem dauernd nieder-gehenden Silberpreise. In Indien sinke die Kaufkraft desSilbers nur langsam und unvollständig gegenüber dem sinken-den Silberpreise auf dem Weltmarkte, jedenfalls aber produ-ziere der indische Spinner immer unter einem höheren Preis-verhältnis des Silbers als dem, welcher zu der Zeit herrsche, dadas englische Garn in Indien verkauft werde h t
Dafs billige Arbeit nicht die Stärke der indischen Spinnereiausmacht, ergiebt sich schon daraus, dafs in Indien nur diegröbsten Garne, also die, bei denen der Rohstoff das Kapitalwie die Arbeit überwiegt, mit Erfolg angefertigt werden. TwistNr. 40 erfordert etwa doppelt so viel Arbeit und Spinn-lohn wie Nr. 20; wäre billige Arbeit der Vorzug des indischenSpinners, so würde er also lieber 40 s. als 20 s. spinnen.
Gerade das Gegenteil ist der Fall, indem er in Nummernüber 36 s. hinaus mit dem Engländer nicht konkurrieren kann,obgleich letzterer das Rohmaterial holen und das Garn zurück-führen mufs. Die Schwierigkeit für den indischen Spinnerwächst in dem Mafse, als das Moment der Arbeit in denProduktionskosten überwiegt — eine Bestätigung des obenangeführten Satzes von Tucker.
Demgegenüber beträgt in England die Arbeitszeit 9 Stundenmit freien Sonntagen und Samstag-Nachmittagen. In Indienist die Arbeitszeit nicht genau festzustellen; in Bombay scheintsie 12 bis 13 Stunden zu betragen, im Innern mehr 3 . Hierzu
1 Vgl. Bombay and Lancashire, Manchester Chambre of Commerce1888. S. 111. Ferner das. S. 2, 4, 29, 33, 75 und passim. Bei Nr. 20sind die Kosten der Arbeit die gleichen in Bombay wie in Oldham,
0,62 bis 0,64 d. pro Pfund Garn; das Bündeln kostet dagegen in Old-ham 0,44 d., in Bombay nur 0,35 d. unter der Voraussetzung einesValutastandes zu 1 sh. 5 d.
2 East Indian Factories Report 1891. S. 23. Arbeitszeit in einerSpinnerei in Bombay ungerechnet die Pause 13 Stunden, ebenso eine