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fähigkeit der indischen Arbeiter so sehr gewachsen sei, dafsdie Kosten der Arbeit heute eher niedrere als höhere seien.Die Arbeiterzahl, bisher fünf bis sechsmal so hoch wie dieenglische, ist heute in den besten Spinnereien Bombays nurnoch 3 1 lz mal so hoch 1 , d. h. steht der deutschen nicht mehr allzufern. Hierzu kommt, dafs die Lebensmittelpreise mit demSinken der Valuta nicht entsprechend steigen, vielmehr nochauf lange hinaus äufserst billig bleiben werden mit zunehmenderEröffnung des Innern durch Eisenbahnen 2 . Auch dies wirktals Lohnerhöhung und steigert die Arbeitsleistung.
Man darf eben nicht meinen, dafs es sich in Indien umEinführung der gewerblichen Arbeit in ein bisher ungewerb-liches Land handle, wie etwa in Rufsland. Vielmehr war Indienals Land des Gewerbfleifses bis in dieses Jahrhundert hineindem Abendlande überlegen; es ist das Mutterland der Textil-industrie und besafs bis Arkwright das Monopol der feinenGarne. Es ist nun kein Zweifel, dafs unter dem Ansturm desFabriksystems das indische Gewerbe den Weg einschlug, welcherallenthalben in gleicher Lage zu Fortschritten führte. Einmalwarf sich die Hausindustrie auf Spezialitäten, welche zwar teurerals die europäischen Gewebe, doch von den Reichen des Landesals Luxusartikel vorgezogen werden. Andrerseits ging Indienschnell und energisch zum Fabriksystem über unter demSchutzzoll der sinkenden Valuta. Wie allenthalben in Europa die Gegenden der Handweberei Sitze der modernen Textil-industrie geworden sind, so scheint auch Indien die gleicheZukunft beschieden.
Mr. James Platt und Mr. Henry Lee, zwei Autoritäten