— 196 —
weniger luxuriösen Zugaben, clie mit dem Zweck des Unter-nehmens nicht in Zusammenhang stehen. Obgleich man fernernicht behaupten kann, dafs der Grund und Boden für gewerb-liche Anlagen billiger ist, so erfreut sieh doch England auchin dieser Hinsicht eines Vorzugs. Die deutschen Fabrikenliegen entweder in Verkehrsmittelpunkten, wo der Bodenaufserordentlich teuer ist, oder zerstreut über das Land, woder billigere Bodenpreis durch gesteigerte Betriebskosten auf-gewogen wird. Der englischen Industrie kommt hier ihreZusammenfassung und Arbeitsteilung zu gute. Die FabrikenLancashires geniefsen sämtliche Vorzüge äufserster Koncen-tration; aber indem sie den kommerziellen Mittelpunkt ver-liefsen und sich in kleineren Industrieorten und auch da wiederin den äufsersten Vorstädten ansiedelten, geniefsen sie denVorteil fast ländlicher Bodenpreise.
In zweiter Linie stehen die Kosten der Gebäude. Ziegelund Mauersteine sind in England billiger als auf dem Festlande,eine Folge der technisch fortgeschritteneren und gröfserenZiegeleibetriebe, wie sie der stete Bedarf einer riesigen Grols-industrie ermöglicht 1 . Noch bedeutender ist der Unterschiedder Preise der Eisenbestandteile, welche bei den neueren Fabrik-anlagen eine stets wachsende Bolle spielen. Die Eisenpreise ,unterscheiden sich von den festländischen etwa um den Betragdes Zolls und der Transportkosten. Auch die Bauarbeit selbstist in England trotz höherer Wochenverdienste der Arbeiter bil-liger als auf dem Festlande. Es sei hier an die Ausführungendes Lord Brassey 2 erinnert. Nach seinen Erfahrungen arbeitenenglische Maurer und Erdarbeiter im allgemeinen billiger als fest-ländische oder indische Arbeiter mit weit geringeren Löhnen.
1 Vergl. Protokolle S. 80. In England kosteten 1000 Backsteine14—15 M., in Stuttgart 27 M.
2 Brassey, Work and wages. London 1872. S. 68, 78 ff., 198 ff.