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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Standpunkt des Geistlichen. Es sei bare Selbstsucht, wolltensich die Klassen der Arbeiter der Grofsindustrie mit dem Er-rungenen begnügen, ohne der andern gedrückteren Arbeiter-klassen zu gedenken.

Dem etwas unklaren Socialismus des Geistlichen tratendie Männer entgegen, besonders jüngere Männer, ein Mule-spinner, der mit zwei Töchtern anwesend war ebender-selbe, dessen Haushaltungsbudget oben gegeben wurde. Jeden-falls sei man auf dem Wege, meinte er, des praktischen unddauernden Fortschrittes, welcher freilich nur allmählich sichauf immer breitere Kreise des Volkes ausdehnen lasse. Aberwie die eignen Väter einst in der unterschiedslosen Masse hülf-losen Proletariats aufgegangen seien, so sei zu hoffen, dafsimmer neue Kreise sich aus demselben loslösen und aufsteigenwürden. Der Weg hierzu sei ein doppelter, einmal Vereinigung,sodann Gesetzgebung. Den letzteren bekämpfe er keineswegs,vielmehr seien es gerade die Baumwollarbeiter Lancashires,welche dieses Mittel wohl am meisten von allen Arbeiternder Welt für sich in Bewegung zu setzen verstanden hätten.Dies aber verdankten sie der klugen do-ut-des-Politik ihrerFührer, welche immer nur naheliegende Forderungen jeweilsaufstellten und oftmals den herrschenden Gewalten sich un-entbehrlich gemacht hätten.

Damit hätte sich auch das gesellschaftliche Ansehen derArbeiter in den letzten Jahrzehnten aufserordentlich vermehrt.Zahlreiche Gewerkvereinsführer bekleideten heute das ehren-volle Amt des Friedensrichters in ihren Heimatsorten, ein Ver-treter der Baumwollarbeiter Lancashires sei von der Regierungauf die Berliner Arbeiterschutzkonferenz abgesandt worden,wo er und ein anderer englischer Genosse, die einzigen Ar-beiter überhaupt gewesen seien. Der Minister des Innernhabe kürzlich das Geschäftsbureau der amalgamierten Weber