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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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zu Accrington auf seiner Reise durch Lancashire aufgesuchtund sich dort die Vertreter des Vereins vorstellen lassen.Im Handelsministerium nehme der treffliche Burnett, ein ge-wesener Maschinenbauer, eine hohe und allseitig geachteteStellung ein. In der gegenwärtig tagenden Kgl. Kommissionzur Untersuchung der Arbeiterverhältnisse aber säfsen Arbeiterneben Arbeitgebern und Aristokraten, gleichberechtigt undvon ihnen als Gleiche behandelt. Alles dieses zeige, wiesehr der Arbeiter, der früher aufserhalb des Staates gestanden,heute innerhalb desselben eine geachtete Stellung zu erringenwisse.

Jedoch bezweifle er, dafs die Arbeiter ihren zunehmendenEinflufs dazu benutzen würden, im grofsen Mafsstabe dieÜberführung von Privatbetrieben in öffentliche zu befördern.Er wolle seine Meinung über andre Gewerbszweige nicht ab-geben, denn er halte diese Frage für eine im einzelnen Fallund nach praktischen Erwägungen zu entscheidende. In zahl-reichen Fällen, besonders für London , möchten die Staatsbe-trieb fordernden Socialisten Recht haben, so in betreffder Municipalisierung der Wasserleitung, Strafsenbahnen, Gas-anstalten und Docks; schon bezüglich der Transportanstaltensei es zweifelhaft. Dies alles kenne er nur von Hörensagen.Bezüglich der Baumwollindustrie aber, die er kenne, rufe er:Hände weg. Verstaatlichung sei hier undurchführbar, weilBeamte den Weltmarkt schlechter verteidigen würden alsprivate Unternehmer. Oft entscheide ein geringer Bruchteileines Penny in den Produktionskosten heute den Kampf derNationen. In fortgeschrittenen wirtschaftlichen und socialenVerhältnissen biete der Privatbetrieb die wohlfeilste Form derBezahlung des Geschäftsleiters, welche zugleich die tüchtigsteGeschäftsführung gewährleiste. Wenn die Socialisten sichauf die Aktiengesellschaft als Beweis der Möglichkeit ihrer