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fällt, welche beiden letzteren Produktionselemente in England
billiger sind als in Deutschland. Damit fertigt England mehr
Waren des Massenverbrauchs an, Deutschland Waren des.
Verbrauchs der besitzenden Klassen; jene verlangen Grofsbetriebim gröfsten Stile, letztere sind wegen Hineinspielens von Mode,
Geschmack u. s. w. mit kleineren Betrieben am ehesten vereinbar.
Die höchste Lebenshaltung der arbeitenden Klassen alsoweisen hochentwickelte, exportierende Grofsindustrien auf, wo-für der Grund wie oben entwickelt, in dem fortschreitendenErsatz der Arbeit durch Kapital liegt. Hieraus aber folgtdie Widerlegung eines Einwandes, der vielleicht oben man-chem Leser aufgestofsen ist: wird nämlich, so fragte er viel-leicht, bei dem fortschreitenden Ersatz der Arbeit durchKapital nicht ein Teil der Arbeiter brotlos? wenn einersoviel Maschinen versieht, wie früher drei, so mag der einewohl höheren Lohn erhalten, aber was wird mit den anderenbeiden? Wir sahen demgegenüber, wie jene Entwick-lung eben nur auf dem Boden des wirtschaftlichen Auf-schwungs der betreffenden Industrie möglich ist. Die englischeSeidenindustrie kann deswegen nicht zum Kraftstuhl übergehen,weil ihr Absatz nicht regelmässig ist; der Aufschwung derenglischen Baumwollindustrie dagegen hat trotz allen tech-nischen Fortschrittes eine Vermehrung der Arbeiterzahl erlaubt.
In ihr waren 1835 220 134 Arbeiter, dagegen 1885 504069Arbeiter beschäftigt.
Ein weiteres Mifsverständnis möchte ich abwehren, näm-lich, dass ich über der wirtschaftlichen Entwicklung die Wich-.
tigkeit der socialen Momente vernachlässige. Als ich jenesocialen Bewegungen schilderte, vermittelst welcher der englische Arbeiter seine heutige Höhe erreicht hat, insbesondere denUmschwung der diese Entwicklung tragenden öffentlichenMeinung, empfand ich schon damals das Bedürfnis, die wirf-