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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
Seite
15
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sollte die Industrialisierung würde, müßte andauern. Die Wirt-schaftsminister des Zukunftsstaates würden der dann kommunistischenProduktionsweise die gleicheindustrielle Wenduug" (Oldenberg) geben,wie heute die Kapitalisten-Unternehmer wenigstens in dem Falle,daß jene die konkrete, volkswirtschaftliche Konjunktur Deutschlands richtig begriffen, die wirtschaftlichen Vorteile, die das nationale Ge-schäft, wie es heute liegt, aus der Industrialisierung zieht, die Erhöhungder nationalen Dividende dank dieser, richtig kalkulierten. Ob für künftigdiese Industrialisierung Gefahren in sich berge, wird unten (III.) zuerörtern sein; demaugenblicklich empfundenen Bedürfnis" (S. 4S), derheutigen Richtung der Magnetnadel des nationalen Interesses, entsprichtsie unbedingt.

Die Meinung, daß die Industrialisierung die notwendige, national-politisch korrekte Folge des Hochstandes der Volksziffer in Westeuropa sei, sucht Oldenberg zu widerlegen:

Wenn es der natürliche Bevölkerungszuwachs wäre, der zumIndustriestaat treibt," so müßte doch Frankreich eine Ausnahme bilden.Denn hier sei dieser jain beständiger Abnahme" begriffenund wo würde mehr über die Entvölkerung des Landes zu Gunstender Städte geklagt als in Frankreich ?"

Es ist aber, genau gesprochen, eben nicht derBevölkerungs-zuwachs", sondern der Hochstand der Bevölkerung, welcher die eineHauptursache der Industrialisierung bildet (die andere Hauptursacheist die, daß gewisse natürliche, wie außer dem Ziffermoment nochweitere sociale Momente in Westeuropa der Industrie günstigerliegen als anderswo).

Wenn auch derzeit miniin wachsend, hat die Volksziffer Frankreichs bereits eine solche Höhe erreicht, daß dort wie in Deutschland vielgeringwertiges, die Arbeit karg lohnendes Land der Lebensmittel-produktion zugewandt werden muß.

Trotz der hohen französischen Kornzölle vermag die produktivere,größere Erträge für gleiche Arbeit erzielende Lebensmittelproduktionzifferarmer Länder die französische zu bedrängen, vermag die franzö-sischen Bauern zu zwingen die mindest Produktiven Böden außerKultur zu setzen (bezüglich zu bewirken, daß sie solche Böden trotzdes steigenden Brot- und Fleischbedarfs einer zwar minim wachsenden,aber kaufkräftiger werdenden Bevölkerung nicht in Kultur setzen) undtreibt damit Kapitalien und Arbeitskräfte der für das heutige Frank-reich produktiveren Industrie zu zum Schaden der Landeigen-tümer, zum Nutzen des ganzen Volkes.

Die Schweiz dagegen", fährt Oldenberg fort,mit ihremschnellen Volkszuwachs und ihrer rapide gesteigerten Fremdenindustrie