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treidekonsum auf dem Lande zugenommen, und ist mehr und mehrdie Grundlage der Ernährung geworden".^) Und der Verbrauchvon Weizen ist stetig gestiegen, der von Roggen relativ zurück-gegangen.
Nach der Reichsstatistik (Stat. Jahrb. 1899, S. 153) warenverfügbar zum Verbrauch für menschliche und tierische Ernährungund gewerbliche Zwecke,
auf den Kopf Kilogramm:
Roggen
Weizen
Kartoffeln
1879—84 121,0
60,0
339,9
1884-89 115,9
64,3
399.9
1889—94 112,6
70,4
398,2
1894—98-) 125,8
79,8
453,6
Man wird, trotzdem hier der Betrag für „menschliche Er-nährung" nicht ausgesondert ist, mit Bestimmtheit behaupten dürfen,daß diese Zahlen auf eine beträchtliche Steigerung des Brot- wiedes Kartoffelkonsums deuten.
Die Verwendung von Getreide und Kartoffeln für „gewerblicheZwecke", d. h. vor allem zu Brennereizwecken, ist in der Zeit von1887/98 nur ganz schwach gewachsen (Stat. Jahrb. 1899, S. 51).Die Verfütterung von Getreide hat, wenn überhaupt, so sicher nichtin dem Maße zugenommen, daß jene Behauptung hinfällig wer-den könnte.
Auch insofern als die Nahrung vermannigfaltigt ist — alsheute weit mehr an Kaffee, Thee , Reis, Südfrüchten verbraucht wirdwie einst, ist die Nahrung „wesentlich besser" geworden. Die starkeSteigerung des Zuckerverbrauches — von 2,4 pro Kopf imJahre 1840 auf 9^—10^ ^ in den letzten Jahren — fällt dochwohl „als realer Faktor ins Gewicht"?
Die Fleischstatistik ist ja leider arg unzuverlässig. Aber aufDaten wie die für das Königreich Sachsen auf Grund der Be-
Conrad, in den Jahrbüchern f. NO. und Statistik, III. Bd. 17,
S. 6S6.
-) Die Ziffern für 1894/98 ergeben sich, wenn der Durchschnitt der fürdie einzelnen Jahre berechneten Berbrauchsziffern gezogen wird.
Dtetzel, Weltwirtschaft und Bolkswirtschast, 3