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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
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ständen zu dem Schlüsse zwingen, daß den Existensbedürfnisseneine, im Durchschnitt, weit vollere Befriedigung geworden sei,wie einst.

Der ökonomische Fortschritt eines Volkes zeigt sich zunächstdarin, daß der Konsum an Salz, Brot, Fleisch, ordinären Textil-fabrikaten sich hebt. Ist aber hier ein bestimmtes Maß ziemlichallgemein erreicht das, durch klimatische wie kulturelle Momentebedingt, nach Raum und Zeit verschieden hoch liegen kann sozeigt sich weiterhin der Fortschritt nicht mehr, oder wenigstens inschwächerem Grade, in der Steigerung des Konsums an Salz,Brot u. s. w. denn dieser ist, wie Ad. Smith sagt, durch dieFassungskraft des menschlichen Magens begrenzt sondern in derSteigerung des Konsums amsnxsrrlu, clloss ts.vt nsesss^irö", anZucker uud Kaffee, Bier und Tabak, Südfrüchten und Gewürzen,Petroleums und Regenschirmen Ist eine gewisse Staffel wirtschaft-licher Wohlfahrt von der großen Masfe erklommen, so wird die Be-wegung des Verbrauches vonlauter entbehrlichen Dingen" zumhauptsächlichenMaßstab des Kulturfortschrittes" dernur leider deshalb keine genauen Ergebnisse liefert, weil man dieseBewegung nur bezüglich recht weniger Güter exakt erfassen kann.

Die eine Hauptursache dieser, die Steigerung der nationalenProduktivität wiederspiegelnden Steigerung des Konsums ist dieweltwirtschaftliche Entwickelung, das Wachstum des Außen-handels während der letzten Decennien, gewesen. Und deshalb darfman allerdingstriumphieren über jede 100 Millionen Mark, dieder Außenhandel wächst": denn mit ihm wächst, soweit es eben aufmateriellen Genüssen beruht,das menschliche Glück innerhalb derNation" (s. o. S. 31).

Die andere Hauptursache ist die Entwickelung der Technik,der Produktions- und der Transporttechnik, gewesen. Darüber wieviel die erstere, wie viel die letztere Ursache zur Erhöhung des

Vgl. betreffs der Konsnmsteigerung dieser Artikel: Statist. Jahrb. desDeutschen Reiches, 1899, S. 153157.

Am wenigsten ist der, durch die Mehrbezollung verteuerte Tabakkousumgestiegen; in der unteren Bevölkerung aber vermutlich mehr wie in den höherenSchichte n.