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Ausdehnung und Mannigfaltigkeit seines Exports. Noch weit geringerfür die Schweiz .
Diese ist hinsichtlich der Deckung des Kohlen- und Eisenbedarfsgleich abhängig, des Lebensmittelbedarfs noch „abhängiger vom Aus-land", noch weniger „elementar selbständig" wie Italien . Sie ist „ineinem verhältnismäßig so starken Umfang am Welthandel beteiligt,wie kein anderes Land" . . . „bezieht alljährlich nicht weniger als dieHälfte sämtlicher Lebens- und Unterhaltsmittel vom Auslande, setztetwa ein Drittel der gewonnenen Erzeugnisse dahin ab".^) Weilaber die Schweiz auf der Bahn weltwirtschaftlicher Entwick-lung weiter vorgeschritten ist, wie Italien — weil ihre Ausfuhr aufeine große Zahl von Gütergattungen sich erstreckt und viele Länder zuständigen Kunden hat, hat dieses kleine Land unter dem handels-politischen Bruche mit Frankreich (1892) weniger gelitten als dasgroße Italien , dessen Ausfuhr mit der Hauptmasse ihrer Hauptartikel— Wein und Rohseide — an den französischen Markt gebunden ge-wesen war.
Und was von dem „Industriestaat" Schweiz gilt, gilt auch vonBelgien, Deutschland, England .
Kein Wechsel in der Handelspolitik anderer Staaten, kein wirt-schaftlich relevantes Geschehen in irgend einem Bezirk des Erdballs,von dem sie nicht, direkt oder indirekt, als Abnehmer oder als Liefe-ranten getroffen würden! Aber eben weil sie am weitesten vorgeschrittensind auf der Bahn weltwirtschaftlicher Entwicklung — weil die Fädenihres Verkehrs nach allen Seiten laufen und in allen Farben spielen,empfinden sie die bald von da, bald von dort, bald an diesem, bald anjenem Punkte sie treffenden Störungen ihres Außenhandels schwächerals alle anderen Völker, empfinden sie heute schwächer als früher.
Zur Zeit des sog. „Jndustriemonopols" war Englands volkswirt-schaftlicher Körper weit nervöser wie heute. Denn damals dominiertenin seiner Ausfuhr verhältnismäßig wenige Artikel — gewisse Baum-wolle-, Wolle-, Eisenwaren — und für die Einfuhr, besonders die vonLebensmitteln, kamen nur wenige Bezugsquellen, vor allem Deutsch-land in Betracht. Ende der dreißiger Jahre blickten englische Staats-männer voll Angst auf die Industrialisierung Deutschlands , bangtenvor dem Tage, da Preußen, der bisherige Agrarstaat, sein Korn fürseine eigene Bevölkerung brauchen werde — „es kann sein, daß wirKorn kaufen möchten, wenn es keines zu verkaufen hat; daß wir Zu-fuhren bedürfen und sie nicht erhalten können".^)
') Zeitschr. d. Preuß. Statistischen Bureaus 1897, H. VIII. — Export,1899, S. S02.
-) I. Bowring, a. a. O,. S. 48.