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Formen der Arbeitsteilung zwischen den einstigen Rohstoffstaatenund den Industriestaaten sich bilden. Nur eine Verschiebunginnerhalb der „Exportindustrie" der letzteren muß eintreten. Daßein Rückgang eintreten werde, ist nichts weniger als gewiß.
In Asnsi-gMus latst error: der Grundfehler der Doktrin vonder „rückläufigen Bewegung" liegt darin, daß sie mit dem allge-meinen Begriffe „Exportindustrie", bez. „Industrie" operiert. EinPlus an gewissen Industrien in den Rohstoffstaaten wird einMinus an gewissen Exportindustrien in den Industriestaaten zumKorrelat haben — aber Wachstum der „Industrie" dort verträgtsich durchaus nicht nur mit Ausrechterhaltung, sondern sogar mitWachstum der „Exportindustrie" hier.
Wie oft ist während unseres Jahrhunderts, in Wiederholungjenes merkantilistischen Irrtums, die Exportindustrie schon totgesagtworden!
So, bald nach Gründung des deutscheu Zollvereins, die britische.Wenn, so meinte man damals^) in Deutschland — dem Agrarstaatmit niedrigen Preisen der Lebensmittel und Rohstoffe, niedrigenArbeitslöhnen und doch verhältnismäßig hohen Arbeitsleistungenseiner fleißigen und gewerblich wohlgeschulten Bewohner — wennhier die bereits hie und da mit der britischen konkurrierende Fabri-kation noch weiter sich entfalte, so sei der industrielle Primat Eng-lands gefährdet.
Im Jahre 1845 schrieb F. Engels :
„Die deutsche Industrie macht jetzt große Anstrengungen, dieamerikanische hat sich mit Riesenschritten entwickelt. Amerika mit seinen unerschöpflichen Hilfsmitteln ... hat in weniger als zehnJahren eine Industrie geschaffen, welche in gröberen Baumwoll-waren, dem Hauptartikel der englischen Industrie, schon jetzt mitEngland konkurriert, die Engländer aus dem nord- und südameri-kanischen Markt verdrängt hat(!), und in China neben der eng-lischen verkauft wird. In anderen Industriezweigen geht es ebenso ...Wird auf diese Weise die englische Industrie geschlagen, wiedies in den nächsten zwanzig Jahren, wenn die jetzigen socialen
') Vgl. z. B. I. Bowring, a. a. O.