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jcner Symbole, die allein den Menschen zu sozialem Thunveranlassen. Selbst ans rein intellektuellem Gebiete bestehtein großer Unterschied zwischen dem „Mann der Logik" unddem „der Einsicht", dem „Folgerer" und dem „Entdecker".Rein logische Argumentation ist schlechterdings außerstande,Positives hervorzubringen; sie gleicht einer Mühle, welchegegebenes Material verarbeitet.
Um die Kluft zwischen positiven und negativen Zeitenzu ermessen, vergleiche man die, welche sie geistig beherrschen,sagt Carlyle, etwa Christus und Jercmias Bentham, inwelchem letzteren er den Hauptvertreter des modernen Ma-terialismus und Utilitariertums sieht.
Wenn die Formen des Glauben ins Wanken geraten,so werden damit auch die Formen, nach denen sich das Han-deln der Menschen bewegt, die Sitten im weitesten Sinne,schwankend. Denn ihr Inhalt ist vom Glauben abhängig.Damit treten die egoistischen Motive wieder mehr und mehrin den Vordergrund, Den utilitarischen Rechts- uud Moral-theorien, welche in solchen Zeiten aufkommen, entspricht indem Leben ein utilitarisches Handeln. In demselben Ver-hältnis als dem einzelnen die äußere Welt mechanisch wirdund die lebende Gottheit sich aus ihr zurückzieht, in dem-selben Verhältnis wird das Ganze, dem der einzelne ange-hört, aus einem lebenden Organismus zu einem mechanischenKonglomerat. Je mehr die Auflösung fortschreitet, desto mehralso entsprechen die in dieser Periode herrschenden Theorienden thatsächlichen Zuständen. Träte jedoch der Fall ein,daß die genannten Theorien sich einmal völlig mit den Ver-hältnissen deckten, d. h. daß alle altruistische Motivation auf-gehört hätte, so wäre dies das Ende sozialer Zustände, unddie Menschheit wieder bei vorgescllschaftlichcn Zuständen an-gelangt. Der Mensch ist einfach Tier, meint Carlyle, soweitsein Dasein nicht auf dem Glauben beruht und er damitzum sozialen Wesen wird."')
Auch hier schreitet die Entwicklung nicht gleichmäßig
Vergl. Lori'ssxnu(leu<!ö ok LsrMs auä Lmsrsou Bd. I, S. 67