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Zu verbrennen und sein Wild zu stehlen. Vielmehr liebtenund verehrten sie ihn in ganz ungewöhnlicher Weise. „Ersiel im Kampf mit Ultrachartisten der Gewaltpartei oder„Dänen", wie man sie damals nannte. Andre freilich meinen,diese Dänen seien Ultratories gewesen, welche verlangt hätten,zu ernten, wo sie nicht gesät hätten, und in dieser Welt zuzu leben, ohne zu arbeiten."
Leben und Sterben dieses Edmund ist den Mit- undNachlebenden so hervorragend erschienen und hat ihremIdeal vom Manne so sehr entsprochen, daß sie ihm willigeinen höheren, ja unermeßlichen Wert beilegten. Damitwurde Edmuud zum Heiligen, seine Geschichte zum religiösenMythus und gewann nach und nach einen solchen Einflußüber die Menschen, daß sie über seinem Leichnam erst eineKirche, dann ein Kloster errichteten und dasselbe um ihresSeelenheils willen ausstatteten.
Von jenem Kloster aus wurde der Wald gerodet, dasLand bebaut; in seinen Mauern fanden die Umwohnendenin Kriegszeiten Schutz, und um dieselben entstand die nochjetzt blühende Stadt. Im Kloster aber lebte eine festgcregelteGesellschaft von Männern, welche von Geschlecht zu GeschlechtGott und dem Heiligen, so gut sie konnten, dienten. Zwarwar ihr tägliches Leben, wie es nicht anders sein konnte,voll von Kleinlichkeiten. Aber das unterschied sie von demmodernen Menschen, daß ihnen der Zweck ihres Daseinsautoritativ feststand. Zur Ehre des Heiligen, zum Wohl uudRuhme des Klosters lebten sie. Voraussetzung hierfür war,daß dem Menschen damals ein über dem Individuum hinaus-liegender Endzweck unzweifelhaft war.
Im täglichen Leben des Klosters ist von Gott nichtviel die Rede, weit mehr von Gegenständen wirtschaftlicherArt: Bauten, Meliorationen, Rechtsfragen. Religion ist derstillschweigende Ausgangspunkt des Denkens, wodurch auchdas Handeln eine einheitliche Richtung empfängt.
Zu Vergleichen mit den jetzigen Parlamentswahlen for-dert Carlyle die in der Chronik berichtete Wahl des Mön-ches Samson zum Abte auf. Nicht durch gröbere oder