Carlyle denselben an diesem Beispiel auch seinen Zeitgenossenverständlich machen. Es handelt sich ihm darum, zu zeigen,daß jene große Bewegung nicht durch Erwägung von Gewinnund Verlust, worauf Bentham als Vertreter der modernenDurchschnittsanschauungen alle Geschichte zurückführt, auchnicht durch Ruhmsucht oder ähnliche Motive hervorgebrachtworden sei, vielmehr durch die Idee eines Jenseits, auf diedas Handeln des Menschen gerichtet war.
Carlyle war sich bewußt, wie weit er sich damit vonden Durchschnittsansichten seiner Zeit entfernte. Er erzählthierfür folgende bezeichnende Anekdote. Mit einem Franzosenhabe er einmal über die Verfolgungen der schottischen Co-venanters gesprochen; Wegen seines Mangels an Kenntnisder französischen Sprache habe er im Gespräche bei denWorten gestockt: „ils s'kn g,pxöla>isnt ü," — 1a, postsritv"habe ihn der Franzose hilfsbereit unterbrochen; „Mousisui-non, nülls tois, nou" habe er selber erwidert, „sie appellier-ten an den ewigen Gott, durchaus nicht an die Nachwelt".
Von diesem Standpunkte aus betrachtete Carlyle dieGeschichte des Puritanismus mit wehmütigem Erinnern.„Das alte Reich Gottes, das alle wahren Männer, jeder inseiner Weise und Sprache, erstrebt haben, wich damals demReiche Nicht-Gottes, den die Menschen früher den Teufelnannten."*) Dies der tiefgehende Unterschied zwischen da-mals nnd heute.
Nicht zur Eroberung weltlicher Vorteile, sondern fürdie Freiheit, Gott in ihrer Weise zu dieuen, erhoben sichdie Puritaner. Denn für Menschen, die an einen erhabenenund schrecklichen Gott glaubten, war die Art, in der sie ihnverehrten, wichtiger als alles andere.
Ans dem gleichen Grunde ruhte ihr Erfolg. Aus ihremGlauben entsprangen Thatkraft und Heroismus, die wir anihnen bewundern. Ein Heer, das mit Psalmengesang in dieSchlacht zog, Anführer, die vor jeder Schlacht um göttlicheErleuchtung beteten, konnten nicht, besiegt werden. Ihr Sieg