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Menschen erstürmen", so ist er selber ein Kämpfer gewesen,der es sich im Leben „hat sauer werden lassen".
Entsagung und Selbstbcschränkung lehrt nach Goethe das Leben, so wie denn jene Wanderer, durch verwickelteSchicksale hindurch geführt, zuletzt zu „Entsagenden " werden— aber nicht Entsagung im Sinne der Weltflucht. Wirhaben vielmehr gesehen, wie Thätigkeit für Goethe der Zweckdes menschlichen Lebens ist. Nach dem soeben ausgeführten nunist diese Thätigkeit aber nicht auf das eigene Dasein zurichten, nicht individualistisch; sie ist Thätigkeit im Dienstedes Ganzen, also soziale Thätigkeit im weitesten Sinne.Hierauf beruht die in den Wanderjahren ausgeführte Vor-stellung, daß jeder nur „Verwalter" seines Besitzes sei, dener zu Gunsten des Ganzen zu verwalten habe. Zn diesemBesitz gehört nicht nur das Ererbte und Erworbene, sondernauch das Angeborene, das Talent. Jeder hat die ihm eigeneFähigkeit so auszubilden, daß, wie Goethe sagt, keiner demandern aber jeder dem höchsten gleich sei — auszubildenzu den Zwecken der Gemeinschaft. „Mache ein Organ ausdir," heißt es in den Wanderjahren, „und erwarte, was füreine Stelle dir die Menschheit im allgemeinen Leben zuge-stehen werde." Von diesem Standpunkt aus ist jede imsozialen Sinne verrichtete Thätigkeit, „jede Arbeit gleichedel". Denn jeder wird ja als Organ des Ganzen thätigund durch ihn damit das Ganze. „Indem er eins thut,thut er Alles."
Goethes ethischer Standpunkt ist dem Individualismusdurchaus entgegengesetzt. Wenn er die Erziehung des Ein-zelnen zum sozialen Handeln für die Aufgabe der Mensch-heit hält, so ist er sich auch der inneren Bedingungen be-wußt, ohne welche ein solches Fortschreiten unmöglich ist.Nicht individualistische Beweggründe können den Menschenzu sozialem Thun antreiben, vielmehr müssen entsprechende,altruistisch motivierende Ideen in ihm lebendig sein. DieHingabe an solche ist das wichtigste für den Menschen, zu-gleich dasjenige, was ihm nicht angeboren wird, sondernwas er durch das Leben erwerben muß. Goethe bezeichnet