gcschicken gegenüber durchdrungen war, so hielt er es dochfür die Pflicht des Menschen, nicht die Hände in den Schoßzu legen, sondern zu handeln. Jeder Fatalismus war ihmfern. So ist Carlyle denn durchaus nicht arm an Vor-schlägen sozial-politischer Natur.
Dasjenige, dessen wir bedürfen, was wir früher bis zueinem gewissen Grade besaßen und heute nicht mehr besitzen,ist die „Organisation der Arbeit". Nachdem die Bandedurchschnitten sind, die den einen mit dem anderen verknüpften,steht der Mensch isoliert in einem Einzelkampfe ums Dasein.Darum auf der einen Seite das Elend jener führerlosenMillionen. Auf der anderen Seite aber jagen die, welchezur Führerschaft berufen wären, dem Schein des Genusses,dem Gelde nach, nimmer des Glückes teilhaftig, wie vielGüter sie aufspeichern, und darum im Grunde so elend wiejene. Äußerlich nehmen sie die Stellen der Machthaberein; thatsächlich aber sind sie machtlos. Denn wie solltensie über jene Macht ausüben, mit denen sie nichts mehr ver-bindet?
Dabei steht fest, daß jene Methoden, welche bisher denMenschen mit dem Menschen verbanden, veraltet und end-giltig unbrauchbar geworden sind, jene „Halsbandmethoden",wie sie Carlyle nennt. Dieselben als unmöglich festgestelltzu haben, ist die Bedeutung der Demokratie, welche die harte,nicht zu unterdrückende Thatsache der Gegenwart ist. Danun hinfort kein Mensch mehr der „Halsbandlcibeigene" einesandern sein kann, die Menschen aber doch notwendig ver-bunden sein müssen, so müssen hierzu neue Methoden er-funden werden. „Denn der Mensch ist eben stets der ge-borene Leibeigene gewisser Menschen, der geborene Herrschergewisser anderer, der geborene Gleiche gewisser noch anderer,möge er nuu diese Thatsache anerkennen oder nicht. Es istfür ihn ein Unglück, wenn er sie nicht anerkennt; er befindetsich in einem chaotischen Zustande und schwebt in Gefahrunterzugehen." Daher denn das Problem unserer Zeit „dieungeheuerste Frage, die jemals bis jetzt der Menschheit ge-stellt worden ist", in der Verbindung der „unvermeidlichen