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die Engländer, nach Herrn v. Weber, mehr Truppen gegen dieZulus nach Afrika schickten, als auf das Schlachtfeld von Waterloo.Ich will ferner ganz von den Conflicten mit anderen Grofsstaaten(z. B. den Vereinigten Staaten von Amerika , welche nach derMonroe-Doctrin die Einmischung europäischer Mächte auf demamerikanischen Continent nicht zulassen) absehen. Würde aberselbst im Falle des besten Gelingens der Gegenstand der Opferwerth sein? Sollten wir, um Colonien zu erwerben (denn diesund nichts anderes ist der wahre Inhalt der Zumuthungen, die unsin verschämter Form gestellt werden) und sie zu vertheidigen, Ge-sundheit und Leben unserer Truppen, d. h. der productivsten Kräfteunseres Volkes auf’s Spiel setzen? Bei unserer Wehrverfassung istnur ein Verteidigungskrieg gerechtfertigt. England hat angewor-bene Berufssoldaten, die mit ihrem Handgeld freiwillig die Verpflich-tung eingehen, sich nach allen Richtungen der Windrose schicken zulassen, die bald in Canada oder Irland , dann wieder in Indien oderAfrika, Australien oder Jamaika den Dienst verrichten und derenHauptberuf es ist die Colonien zu schützen. Diese Zustände sindso himmelweit von den unsrigen verschieden, dafs ein Vergleichzwischen ihnen gar nicht zulässig ist. Unser Soldat wird seinembürgerlichen Berufe entrissen, um das Vaterland vertheidigen zulernen, und nach Erfüllung seiner Pflicht wiederum in bürgerlicheVerhältnisse zurückzukehren. Unser Heer besteht aus der erwerbs-fähigen Blüthe des ganzen Volkes, während jenes die zweifelhafte-sten Elemente in sich birgt, die mit dem rothen Rock den bürger-lichen Berufsarten für immer entsagen. Tapfer und brav, wie siesind, gehören sie nicht zum Volke und stehen aufser Berührungmit ihm. Ihre Heimath ist die Kaserne oder das Lager. SolcheTruppen gebraucht ein Land, das Colonien besitzt, aber mit derallgemeinen Wehrpflicht ist die Erwerbung von Colonien ausge-schlossen.
Die glühende Begeisterung der Plerren Fabri und v. Weberüber die Aussichten der Einwanderung in die südamerikanischenStaaten contrastirt sonderbar gegen die Aussagen anderer Be-obachter. Die Berichte, die die englische Regierung von ihren Be-vollmächtigten hierüber eingefordert hat, lauten sehr entmuthigend.So schreibt Mr. Mc. Donell über die argentinischen Staaten, dafsSchäferei und Rindviehzucht für Leute mit Capital aber nichtfür gewöhnliche Emigranten profitabel seien. Der Ackerbau hin-