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zu nennen; trotz der angesammelten amerikanischen Reichthümersind deutsche grofse und kleine Capitalisten die Gläubiger derVereinigten Staaten gewesen, als sie das Ausland zur Hilfe rufenmufsten, um ihre Kriege zu führen und ihre Eisenbahnen zu bauen.
Die in Holland angesammelten Capitalien sind zwar sehr be-trächtlich, aber sein Handel ist dennoch trotz seiner günstigen See-küste und der grofsen Wasserstrafse, die einen Theil von West-und Süddeutschland wie die Schweiz beherrscht, gering gegen denunsrigen zu nennen. Die Einfuhr betrug 1877 ca. 1300 Mill. Jt,während die unsrige 3877 Mill. Jt erreichte. Die Einfuhr vonDeutschland nach Holland betrug 333 Mill. Jt, also ungefähr denvierten Theil der holländischen Gesammteinfuhr. Die Ausfuhr ausHolland war 941 Mill. Jt gegen 2775 Mill. der deutschen Ausfuhr.Von dieser holländischen Ausfuhr gingen nach dem Zollverein.375 Mill. Jt, also mehr als ein Drittel der Gesammtausfuhr. Der hol-ländische Handelsverkehr mit seinen Colonien stellte sich auf 127Mill. .//£ Einfuhr und 8 3 Mill. Ausfuhr, zeigt mithin ein geringfügigesResultat gegen seinen Gesammtverkehr. Der ganze aufsereuropäischeVerkehr Hollands einschliefslich der Colonien betrug in der Einfuhr• ca. 250 Mill . Jt, während Bremens Einfuhr aus überseeischen Prove-nienzen 224 Mill. und die Hamburgs 270 Mill. Jt betragen hat. Ja,selbst das colonienlose Belgien hat in seinem einzigen gröfserenHandelshafen eine aufsereuropäische Einfuhr von 220 Mill. Jtaufzuweisen und erreicht darin fast die Höhe der Holländischen.Holland hat gegen seine Colonien in früheren Jahren ein demo-ralisirendes Erpressungssystem ausgeübt, welches dem Lande zwarReichthümer zugeführt, aber auch einen ungünstigen Einflufs aufden Volkscharakter hinterlassen hat, der erst durch die Prüfungender französischen Eroberung und durch den Verlust der meistenseiner Colonien geläutert worden ist und einem'etwas besserenSysteme Raum gegeben hat; nichts desto weniger hat es sichimmer noch nicht ganz von der merkantilistischen Colonialpolitiklosgesagt, ohne dafs der holländische Staat jetzt einen Nutzen ausderselben zu ziehen im Stande ist. Die Wirkungen einer aus-schliefslichen Colonialpolitik auf den Charakter der Gesellschaftpflegen in der That nicht günstig zu sein. Der Verkehr mit einerBevölkerung, die tiefer in der Cultur als die herrschende steht,verleiht den Colonisten eine rücksichtslose, tyrannische Neigung,und wie bei allen Privilegirten prädominirt bei öffentlichen Fragen
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