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beitsverhältnis auf Grund des Vertrags unter Freien, von denen ein Jederseinen Vorteil aufs Äußerste auszunutzen bestrebt ist.
Zuletzt kommt auch der konservativste Wirtschaftsbetrieb, die Land-wirtschaft, an die Reihe. Autorität und Herkommen herrschen ausschließ-lich, so lange ein jeder Betrieb ein sich selbst genügender ist. Anders, alsdie Isolierung der Domänen aufhörte. Mit dem Aufkommen der Städteentstanden Märkte für die landwirtschaftlichen Produkte. Nun regelmäßigerVerkauf eines Teiles des Ernteertrags. Jetzt beginnt eine Buchführung aufden großen Domänen. Man stellt fest, wieviel ein jedes Land herkömmlichjedes Jahr bringt, und vergleicht damit das erzielte Jahresergebnis. Baldmacht sich die Erwägung geltend, ob nicht durch die eine oder die andereÄnderung im Betriebe eine größere Ernte und größere Überschüsse überdie Kosten erzielt werden können; zu dem Zwecke werden die Natural-abgaben und Dienste durch Geldrenten und in Geld gelohnte Arbeiter er-setzt. Allein nach dem schwarzen Tod, als die Löhne zu steigen anfingen,macht sich das Standesrecht geltend. Der dem Arbeiter dem Herkommennach zukommende Lohn wird gesetzlich als das Maßgebende hingestellt undjede Abweichung mit Strafen bedroht. Dann aber, als der Verkehr sichentwickelt, entsteht die Möglichkeit, regelmäßig Getreide nach solchen Län-dern zu exportieren, die weniger als ihren eigenen Bedarf produzierten.Und nun beginnt an die Stelle der alten feudalen mehr und mehr die kapi-talistische Organisation der Landwirtschaft zu treten. Unter dem Einflußder Produktion für den Markt tritt der Landwirtschaftsbetrieb unter die Herr-schaft des Strebens nach dem größtmöglichen Gewinn. Am längsten bleibendie Löhne in der Landwirtschaft stabil. Zuletzt macht sich auch auf demländlichen Arbeitsmarkt die Konkurrenz fühlbar und steigert den Arbeits-lohn über das Herkommen.
So führt die mit der Berührung fremder Märkte eintretende Konkurrenzbeim Absätze auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens zur Auflösung deralten Wirtschaftseinheiten. Auf allen Gebieten schwindet der Einfluß vonAutorität und Herkommen; und so allgemein wird nun das Streben nachdem größtmöglichen Gewinn, auf dem die neuen Zustände beruhen, daß manes schließlich als das angeblich für alle Wirtschaften ausnahmslos und vonEwigkeit gültige Prinzip der Wirtschaftlichkeit formuliert hat: Befriedigemit dem geringstmöglichen Aufwand möglichst vollkommen deine Be-dürfnisse.
Was freilich die Ewigkeit dieses Prinzipes angeht, so zeigt das Vor-stehende, daß sie nicht von weit her ist; und auch heute beherrscht es noch