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notwendig arm bleiben muß, während es durch Handel zu Reichtum ge-lange, und daß die Beeinträchtigung des Handels die Finanzen der Königeruiniere.
Famagusta ist von 1382—1464 genuesisch gewesen. Als Genua denPlan faßte, Cypern zu bekriegen, hat es 1373 die Maona von Cypern ge-bildet, 1 ) eine Aktiengesellschaft, um aus der beabsichtigten Expedition Ge-winn zu ziehen. Das eingelegte Kapital betrug 400000 Dukaten. DieEroberung von Famagusta brachte enormen Gewinn. Darauf konstituiertesich die Maona als bleibende Gesellschaft, um unter dem Schutze der Republik Handel zu treiben. Im Jahre 1408 hat sie unter dem Patronat des hl. Georgdie Pacht der Steuern übernommen, woraus später die Bank des hl. Georghervorgegangen ist. Die cyprische Maona ist beigetreten, indem sie im Be-trag ihrer Forderungen auf Famagusta und an den König von Cypern Aktiennahm. Indeß hat sie getrennte Rechnungführung behalten. Der Handel vonFamagusta ist unter ihr zurückgegangen. Im Jahre 1489 kam es mit derganzen Insel Cypern durch Katharina Cornaro an Venedig.
Der Reichtum Famagustas muß die Phantasie der Welt damals außer-ordentlich beschäftigt haben, wie die Rolle zeigt, die es in den Erzählungenvon 1001 Nacht spielt.
Die vorstehenden Ausführungen über die Bedeutung des Handels deritalienischen Städte vor der Eroberung Konstantinopels durch die Lateinerim Jahre 1204 und den Charakter der italienischen Handelsniederlassungen inden Kreuzfahrerstaaten dürften ausreichen, um Sombarts Lehre, daß der berufs-mäßige Handel »in aller früher Zeit, historisch bestimmt während des ganzeneuropäischen Mittelalters, außer in Italien , hier bis ins 14. Jahrhundert hinein,sich in ganz engem Rahmen bewegt und durchaus das Gepräge handwerks-mäßiger Beschäftigung getragen habe«, 2 ) als unhaltbar zu erweisen. Sollten sieaber nicht ausreichend erscheinen, so fehlt es nicht an weiterem Material,um ihre Unhaltbarkeit darzutun. 3 ) Es erübrigt noch, Sombarts zweiten grund-
*) Siehe über die Maona von Cypern und den Ursprung der Bank zumhl. Georg in Genua L. de Mas Latrie a. a. O. II 366—370.
2 ) Der moderne Kapitalismus I 165.
3 ) So hat Sombart z. B. in seinem Streben, alle mittelalterlichen Gewerbe- undHandelsbetriebe als »handwerksmäßige«, die nicht nach mehr als der »Nahrung«strebten, hinzustellen, die Nachricht Giov. Villani’s, Storie fiorentine lib. XI cap. 93,bestritten, wonach im Jahre 1308 in Florenz 100000 Stück Tuch hergestellt wordenseien. Er macht dagegen geltend (a. a. O. I 166): »Ende des 13. Jahrhunderts be-trug die Gesamtausfuhr an Wolle aus England nach Italien etwa 4000 Sack.« Daswürde nur eine Ausbeute von 12000 Stück Tuch ergeben haben. »Mochte nun