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Der Abschluss der deutschen Münzreform / von Karl Helfferich
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pnnkte zu haben. Mau stellte sich vor, diese Sorten würden imUmlauf ungefähr den Raum der Scheidemünzen der bisherigen

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Silberwährung eiunehmen, die im Wiener Münzvertrag' von 1857auf 3 /o Thaler pro Kopf kontingentirt waren. Mau setzte deshalbfür diese Münzen eiueu Maximalbetrag vou 2'/ 2 Mk. pro Kopffest. Aber hier zeigte sich, wie sehr man sich in diesen Fragenirren kann. Der Verkehr bedurfte von diesen Münzsorten einesoviel geringere als die angenommene Menge, dafs ihre Aus-münzung bereits im Jahre 1877 eingestellt werden mufste, alskaum 44 Mill. Mk., knapp eine Mark pro Kopf der Reichs-bevölkerung ausgeprägt war. Später freilich hat die Nachfragenach diesen Sorten eine wesentliche Steigerung erfahren, so dafsseit der Mitte der achtziger Jahre fortgesetzt neue Ausprägungenstattfinden, welche die Gesammtausgabe von Nickel- und Kupfer-münzen auf 70 Mill. Mk. erhöht haben; das ist nahezu 1,30 Mk.pro Kopf, immer noch erheblich weniger als der Quote von2,50 Mk. entsjDräche.

Der Höchstbetrag für die Ausgabe von Reichssilbormüuzeuwurde auf 10 Mk. pro Kopf festgesetzt, freilich mit einem ge-wissen vorsichtigen Vorbehalt. Der Artikel IV des Müuzgesetzesbestimmt nämlich, dafs der Gesammtbetrag von Reichssilber-münzenbis auf Weiteres" zehn Mark für den Kopf der Be-völkerung des Reichs uieht überschreiten soll.

Im Bundesrath wurden die angenommenen Maximalbeträgeaufgefafst alsversuchsweise Suppositionen, welche eine Berichti-guug im Wege des Gesetzes je nach Bedürfnis zulassen". In derBegründung des Müuzgesetzes wurde ausdrücklich hervorgehoben,es sei fraglich, ob die Grenze für die Ausgabe von Silbermünzennicht zu eug sei; indessen werde es erst Zeit sein, diese Frage zuerwägen, wenn die Einziehung der Landessilbermünzeu ihrem Ab-schlul's entgegengehe.

Das war eine durchaus vernünftige und sachgemäfse Auf-fassung; denn solange neben den Reichsgoldmünzen und denReichssilbermünzen erhebliche Beträge von alten Landessilber-münzeu vorhandeu sind, ist ohnedies jede Koutingentiruug derSilberscheidemünzeu illusorisch. Die jetzt noch vorhandenenThaler erfüllen in Konkurrenz mit deu Reichssilbermünzen dieFunktionen, welche das Silbergeld bei einer Goldwährung zu er-füllen hat. Ist die Begrenzung für die Reichssilbermünzen zu

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