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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / Karl Helfferich
Entstehung
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die Sicherheit der aktiven Mitwirkung anderer Grossmächtekonnte also den leitenden Kreisen .Russlands den Entschlusszum Kriege ermöglichen. Die Haltung der beiden anderenMächte des dreifachen Einvernehmens musste also für dierussischen Entschlüsse von entscheidendem Einfluss sein.

Hierfür enthalten die Dokumente der Dreiverhands-Eegierungen die Bestätigung.

Die Mitwirkung Frankreichs war keineswegs a priorisicher, geschweige denn die Mitwirkung Englands. Derfranzösisch-russische Bündnisvertrag verpflichtete Frankreich nicht zu einer unbedingten Kriegsgefblgschaft gegenüberRussland, und zwischen Russland und England bestandenkeinerlei präzise Abmachungen. Bei dem üsterreichisch-nngarisch-serbischen Konflikt, der aus der Ermordung desösterreichisch-ungarischen Thronfolgers und seiner Gemahlinentstanden war, konnten die Sympathien der nicht unmittel-bar Beteiligten nur auf der Seite Oesterreich -Ungarns sein.Darüber war man sich auch in Russland klar, und dieseKlarheit äußerte sich darin, dass die russische Regierungnach der Uebergabe der österreichisch-ungarischen Notean Serbien zunächst eine gewisse Vorsicht an den Tag legte.

So drahtete der französische Botschafter in Petersburg seiner Regierung am 24. Juli (Gelbbuch No. 31), nachdemSasonoff von der österreichisch-ungarischen Note an Serbien Kenntnis erhalten hatte, die Dispositionen des Zaren und seinerMinister seien die allerfriedlichsten; und am 25. Juli (Gelb-buch No. 38):

M. Sasonoff garde toute sa modération: Il faut éviter,m'a-t-il dit, tout ce qui pourrait précipiter la crise. J'estimeque, même si le Gouvernement austro-hongrois passait à l'actioncontre la Serbie, nous ne devrions pas rompre les négociations"(Herr Sasonoff bewahrt seine volle Mässigung:Man muss,hat er mir gesagt, alles vermeiden, was die Krisis überstürzenkönnte. Ich bin der Ansicht, dass, selbst wenn die öster-reichisch-ungarische Regierung Serbien gegenüber zum gewalt-samen Eingreifen übergehen sollte, wir die Verhandlungennicht abbrechen dürfen").

Am 26. Juli schrieb das französische Ministerium des Aus-wärtigen in einer Zirkularnote (Gelbbuch No. 50):

De Pétersbourg, nous apprenons que M. Sasonoff a conseilléà la Serbie de demander la médiation anglaise. Dans le Conseildes ministres du 25, tenu en présence de l'Empereur, la mobi-lisation de treize corps d'armée éventuellement destinés à opérercontre l'Autriche a été envisagée; cette mobilisation ne seraittoutefois rendue effective que si l'Autriche contraignait la Serbiepar la force des armes, et seulement après avis du Ministredes Affaires Etrangères, à qui le soin incombe de fixer la date,liberté lui étant laissée de continuer les négociations, mêmedans le cas Belgrade serait occupée." (Aus Petersburg