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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / Karl Helfferich
Entstehung
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ausgeführt habe, zerstört werden durch die Befehle, die wirunserer zurzeit zufällig in Portland konzentrierten Ersten Flottegegeben haben, nicht mit Manöverurlaub auseinanderzugehen.Aber ich setzte dem russischen Botschafter auseinander, dassmein Hinweis hierauf nicht so aufgefasst werden dürfe, alsob mehr als diplomatische Unterstützung versprochen sei.)(Blaubuch No. 47.)

Man kann sich denken, welche Folgerungen trotz des vonGrey für nötig erachteten Vorbehalts, die russische und fran-zösische Regierung aus der Aufrechterhaltnng des mobilen Zu-stands der englischen Nordseeflotte und aus der Mitteilungdieser Massnahme zogen. Die Handlung des Ersten Lords derAdmiralität und deren Sanktionierung und Bekanntgabe durchdas britische Kabinett wogen schwerer als alle vorsichtigenWorte.

In den folgenden zwei Tagen muss die Kriegspartei imenglischen Kabinett noch mehr Oberwasser bekommen haben.Denn am 29. Juli tat Sir Edward Grey einen Schritt, derkeinen Zweifel über die Stellungnahme Englands an der Seiteseiner Ententegenossen mehr zulassen konnte. An diesemTage hatte Grey mit dem Fürsten Lichnowsky eine Unter-redung, über die er selbst an den englischen Botschafter inBerlin berichtet (Blaubuch No. 89):

"After speaking to the German Ambassador this after-noon about the European situation, I said that I wished tosay to him, in a quite private and friendly way, something thatwas on my mind. The situation was very grave. While itAvas restricted to the issues at present actually involved wehad no thought of interfering in it. But if Germany becameinvolved in it, and then France, the issue might be so greatthat it would involve all European interests; and I did notwish him to be misled by the friendly tone of onrconversation which I hoped would continue in thin-king that we should stand aside." (Nachdem ich heutenachmittag mit dem deutschen Botschafter über die europä-ische Frage gesprochen hatte, sagte ich, dass ich ihm indurchaus privater und freundschaftlicher Weise etwas sagenmöchte, was mir im Sinn liege. Die Lage sei sehr ernst.Solange sie nur die Fragen betreffe, die zurzeit wirklich imSpiel seien, dächten wir nicht an eine Einmischung. Wennaber Deutschland hinein verwickelt werde, und dann Frank-reich , dann stehe soviel auf dem Spiel, dass alle europäischenInteressen hineingezogen würden ; und ich wünschte nicht,dass er durch den freundschaftlichen Ton unsererUnterhaltung auf deren Fortsetzung ich hoffte irregeführt werde zu der Annahme, dass Avir beiseitestehen Avürden.)

Diese Ankündigung Hess an Deutlichkeit nichts zuAvünschen übrig.