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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
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ich nach den Mitteilungen des Generaldirektors Nawatzky vom- Bremer Vulkan , an dem der Konzern beteiligt ist, über die Fort-schritte des U-Boot-Krieges imd der Technik sowie der Leistungenund Erfolge der U-Boote noch nach dein Ausscheiden Erzbergers ausdem Konzern durchaus zuversichtlich hinsichtlich des Ausgaages deAN-Boot-Krieges dachte und von ihm.eine günstige Entscheidung desKrieges erwartete, war Erzberger m.'f Grund der ihm ZugegangenenInformationen in dieser Beziehung äußerst pessimistisch und be-urteilte, wie der Erfolg zeigte, die Lage richtiger als ich.Das sagt ein Thyssen!Und nun weiter:

Ich habe ihm wegen dieser seiner politischen Haltung wieder-holt brieflich Vorhaltungen gemacht. Er lehnte irgend eine Aeiv-deruug seiner Stellungnahme ab. Ich habe ihm dann wohl brief-lich angedeutet, daß bei dieser Verschiedenheit unserer Auffassungeine weitere gemeinsame Arbeit nicht durchsiihrbar wäre, wenn erbei seiner Stellung stehen bliebe. Er antwortete darauf, und zwar, -wie ich glaube, umgehend, daß er dann bitte, von seiner WiederwahlAbstand zu nehmen. Jedenfalls war dies der Sinn seines Schrei-bens. Bei meinem soeben erwähnten Briefe handelt eS sich um einprivates Schreiben von mir, dessen Inhalt ich aber, wie gelegentlichbei Schreiben, die wichtige geschäftliche Dinge berührten, vor derAbsenkung im wesentlichen mit den maßgebenden Herren meinesKonzerns besprochen habe. Ich hätte es in Uebereinstimmung mitdem Grubenvorstand sehr gern gesehen, wenn Erzberger eingelenkthätte und in dem Konzern alsdann verblieben wäre. Den Eindruck,daß er an seiner Stellung geklebt hätte, habe ich nie im mindestengehabt.

Und an einer späteren Stelle hebt Herr Thyssen hervor, daß er nach wievor in den freundschaftlichen Beziehungen zu Erzberger trotz der sachlichenDifferenz geblieben sei, und hat das Wort gesprochen, wie es auch schonder Herr Oberstaatsanwalt hervorhob: Hut ab vor dem Mann, der seinerUeberzeugung in diesem Maße treu bleibt und auf seinen persönlichenVorteil 40 000 Mark jährlich glatt verzichtet. Und das ist derMann, von dem behauptet wird, er hätte seine po-litische N eb erz e ug u ng v e r kau f t! !

Ausfuhrvergütnngen.

Der Herr Angeklagte hat es nicht unterlassen, noch ZweZ klein«'Spritzer gegen seinen Gegner zu senden, dahin, daß Herr Erzberger hinter-her aus Rache dem Thyfsenikonzern geschadet habe. Da dreht es sich umzwei Dinge, erstens um die sogenannten Ausfuhrvergütungen. Es fandenerheb'liche Aussuhren statt in jener Zeit im Jahre 1916 schon nachdem Auslande, in Kohlen, in Stahl u. dergl. mehr. Die Valuta fing beiunS an zu sinken, und es war natürlich, daß die Industrie recht hohe Preiseim Ausland erzielte. Nun standen alle diese Gegenstände unter Ausfuhr,verbot Mahl allerdings ist merkivürdigerweise erst kurze Zeit danachunter Ausfuhrverbot gestellt aber jedenfalls die meisten Sachen standen

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