Druckschrift 
Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

SrwÄgungen keine Ahnimg hatte. Ich stelle also fest, das; in der ganzenGchiedSrichtertätigkeit alles bis ins kleinste in Ordnnnz ist.

Und was die Auffichtsratstätigkeit anlangt, so ist da überhaupt nie-mals eine Intervention zu verzeichnen. Hinterher, nachdem er ausgeschiedenwar, hat er eine kleine freundliche Empfehlung ohne irgendwelche Bedeutungabgegeben. Jedenfalls kann man auch hier mit keinem Worte Hagen ^ -daßein« Vermengung oder gar eine schmutzige, unsaubere Vermengung zwischengeschäftlicher und parlamentarischer Tätigkeit stattgefunden chabe.

Damit, meine Herren, habe ich die beiden großen Fälle erledigt, dieeigentlich ursprünglich zwar nicht formell, aber materiell ausschließlich zumGegenstand des StrafankragS von uns gemacht waren.

Denunziation.

Zu den Unanständigkeitsfällen gehört die Frage der Denunzitation.Die Worte sind hier wiederholt verlesen worden, die der Herr Minister inder Nationalversammlung gesprochen hat. Zunächst aber kommt die Bdco-schüre, und in der Broschüre wird, nachdem Herr Helfferich Herrn Erzberger'einen Krebsschaden des Deu 'tschen Reiches genannt hat, in lmmittelbarer Er-widerung von derbesonderen Seite" in derAllgemeinen Zeitung " gesagt:Ich bin nicht der Krebsschaden, sondern du haft ein gerütteltes Maß Schuld,daß das Deutsche Reich am Abgrund sieht, du hast nämlich die wirtschaftlicheErobenmg Belgiens zwar nicht in die Wiege geleitet, aber unter deinerAegide Schild der Athene , deinem Schutz, unter deiner Verant-wortlichkeit ist das Passiert, was man wirtschaftliche Eroberung Belgiens nennen kann, und wodurch es- unmöglich gemacht wordien ist, die Bereit-Willigkeit zur Herausgabe von Belgien - in die Antwort au'f die Note desPapstes zu bringen. Dadurch wieder ist der Friede vereitelt, und insofernbist du an dem Unglück schuld. Das ist kurz der 'Gedankengang.

I«, meine Herren, wie kann man da von einer Denunziation reden?Das weiß doch ganz Belgien , daß formell das Reichsamt des Innern fürdiese Dinge verantwortlich ist, wenn eS nach dem Verantwortlichen sucht, ichmeine, im staatsrechtlichen Sinne. Aber mit keiner Silbe ist ja auch darinvon etwas an und für sich Ungehörigem die Rede. Es kann ja gar keineMeinungsverschiedenheit darüber herrschen, daß, nachdem England undFrankreich zu Liquidationen dentschen Eigentums geschritten waren, auch wirzu Liquidationen schreiten konnten. Nicht der Schatten eines Vorwurfes derVerletzung des Völkerrechtes oder eines sonstigen rechtlichen Vortvu'rfes istdamit gegen Exzellenz Helfferich erhoben, sondern ausschließlich ein poli-tischer Vorwurf vom Standpunkt Deutschlands mit dem Hinweis: Unterdeiner Verantworilichkeit ist das und das geschehen. Also von einer Denun-ziation kann überhaupt in diesen Worten gar nicht die Rede sein.

Es fragt sich, liegt sie in den Worten, die am 30. Juli gesprochen wor-den sind? Da heißt es:

Je schärfer der Angriff wird, um so schärfer wird die Abwehr derRegierung sein. Dann haben Sie keinen Grund, zu klagen, wie dasHerr Dr. Niesser getvn hat: «dann könnten Persönlichkeiten deSdeutschen Volkes in eine unangenehme Situation kommen; sie kann-ten eventuell auf die Auslieferungsliste gesetzt werden.