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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
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hätten das Volk erregt. Diese Gewinne werde man aber nicht zur Bs-fteuerung bekommen, wenn man nicht sofort Hand daraus lege. Die Aus-wanderung der Zwischenhändler werde um so mehr zunehmen, je länger derKrieg datiere. Er glaube aber, daß bei der Besteuerung von Privatpersonenmehr heraufkomme als bei der Besteuerung der Aktiengcsellschasten.

Bei anderer Gelegenheit sKommissionSsitzung vom 1t, 4. 16) hat ersich noch kräftiger ausgedrückt:Der Grundgedanke sei. deshalb gerecht,saß man alle Einkommen, die über die notwendige Lebenshaltung hinauK-gehen, zu der Kriegsgewinnsteuer heranziehe; man dürfe nicht erst bei^ 0V0 Mark ansangen, sondern es sei notwendig, Nie 1000-Mark-Grenzefestzusetzen; er begreife nicht, daß der Neichsschatzsckreiär nicht mit beidenHänden die gegebene Anregung ergreift." Erz. Helfferich Hai darauf ab-lehnend geantwortet, man nröge moralisch über Kriegsgewinn denken wie man«volle, jedenfalls müsse auch das Interesse am Gewinn eingespannt werden,wenn etwas geleistet werden solle eine Bemerkung, gegen die ich an sichnichts zu erinnern habe. Ich will mir dem Märchen vorbeugen nnd demMißverständnis, als wenn Erzberger nicht von Ansang au für eine gründ-liche von 10M Mk. anfangende Gewinnsteuer aus Einkommen gewesenwäre. Damit fällt nämlich Ihre (zum Herrn Ersten Staaisanwalt) Aii'»ahme, Erzberger hätte die Absicht gehabt, überhaupt >:mer solchen direktenSteuer ein Bein zu stellen. Das ist unhaltbar. Es ist ihm zu wenig weit-gegangen, nicht zu weit.

Und nun komme ich aus jene Bemerkung zurück, die Herr Erzbergerans dem Reichskanzlerpal.i:Z in die Kommissionssitzung seiner Fraktionbrachte, daß sich nämlich Exz. v. Bethmann-Hollweg geneigt gezeigt hätte,ev, burgfriedlichcu Bedenken Naum zu geben. Da haben wir die AussagedcS .Herrn v. Bcthmann gehört, er entsinnt sich daran, daß Erzberger vonden burgfriedlichen Bedenken gesprochen hat. Bethmanu sagn Ich habesie geteilt, Erzberger aber gebeten, sie jetzt fallen zu lassen, nachdem wirschon die Genehmigung des Bundesrats usw. zu der Vorlage haben, jetzttun Sie mir den Gefallen und treten Sie dafür ein; Herr Erzberger habesich aber dadurch nicht abhalten lassen, weiter auf diesen bnrgfriedlichcnBedenken zu insistieren, so daß sich Herr von Bethmann veranlaßt gesehenhabe, das Gespräch ans ein anderes Thema zu bringen. Meine Herren,die Divergenzen sind nicht so groß, wie es scheint. Es ist durchaus mög-lich, daß aus diesem Abbrechen des Gesprächschemas derjenige, der redet,den Eindruck gewinnt: Na, so habe ich doch wohl nicht ganz vorbei-geredet, etwas Eindruck habe ich doch wohl gemacht, und von diesem Ge-sichtspunkt aus hat er dann seinen Eindruck srisch von der Leber weg inden kleinen Kreis der Fraktionsgenosscn gebracht. Bei solchen Gelegen-heiien von einer bewußten Unwahrhast igkeii zu sprechen, ist platterdingsunmöglich. Es ist vielleicht eher daS, waS ich anfangs andeutete: Bethmannsagt selbst: Vielleicht war der Wunsch der'Vater des Gedankens. Dasmag sein. Es ist eben Herr Erzberger nicht so exakt in der Alrsnahme derTatbestände, er gibt nicht so exakt, wie nur es gewohnt, sind, die Dingewieder. Aber von einer UnWahrhaftigkeit können Sie nicht sprechen.Bcthmann-Hollweg hat auch in dieser Richtung nichts beigebracht, was esabsolut unmöglich macht, daß die. Deutung Erzbergcrs nicht bei ihm sub-

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