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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
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Miv möglich gewesen wäre. Also au<h diesen Uirwahrhastigkeitsfall hatteich nicht für erwiesen.

Friedeusresolution.

Nun kommt die Jriedcnsresslution. Hier hat Erzberger belMpict,daß er insbesondere auch deni Kanzler v. Bethniann Hollwcg auf die aanzeAktion, den sogenannten Vorstoß, der schließlich zu der Resolutionjährte, aufmerksam gemacht habe. Exz. v. Bcthm-ann hat nicht gesagt, daßer positiv Erzberger in der kritischen Zeit nicht mehr einpfangen habe,sondern er hat gesagt, nach den Registern dort im Reichskanzlerpalaissei der 7. Juni als letzter Tag bezeichnet, wo Erzberger dagewesen sei.Er hat aber zugegeben, daß es sehr häufig vorkomme, daß eine solcheAuszeichnung nicht stattfindet. Nun mag auch hier diese ganze Behaup-tung'jenes Artikels, für dessen wesentlichen Inhalt Erzberger die Ver-antwortung übernommen hat, zu pointiert erscheinen. Aber es ist über-haupt verkehrt, von einem speziellen Vorstoß in der Sitzung des Haupt-ausschusses vom 6. Juli 1917 zu sprechen. Es handelt sich hier offenbarnicht um ein planmäßig bis in alle Einzelheiten bedachtes Unternehmen,sondern j,ener sogenannte Vorstoß, d. h. die Rede Erzbergers im Haupt-au'sschuß vom 6. 7. ist ans der äußerst gespannten Situation entstanden.Wir hören, daß Ewde Juni die sozialdemvkratische Partei eine Be-sprechung hatte und im Anschluß hieran dem Reichskanzler auf das Ernst-hafteste mitteilte, daß angesichts der Stimmung im ganzen Volke undangesichts der Not im Volte die sozialdernokrotische Pariei fürchte, ihreLeute, ihre Wählerschaft zu verlieren, wenn nicht irgend ettvas zur Be-ruhigung geschehe in der Richtung, daß die reine Verteidigungstendenzvom 4. Slugust 1914 auch heute noch allein maßgebend sei. Herr v. Beth-mann-Hollweg bittet die betreffenden Herren um eine Denkschrift hier-über, die er dem Kaiser vorlegen könne, und eine solche Denkschrift erfolgt.Es bestand die Gefahr, daß die socialdemokratische Partei nicht mehr inder Lage war, die neuen Kriegskrediie zu bewilligen. Was wäre das sürein ZusammeWruch gewesen, wenn plötzlich die Phalanx auseinander-gebrochen wäre! Es war aüso ein großer Moment, man hatte >das Ge-Wl ich nwchte sagen, wie in der C-Moll-Symphonie von Beethoven :Jetzt klopft das Schicksal an die Pforte. Und unmittelbar darauf, am2. oder am Morgen des 3. Juli, -eilt Erzberger seine Bedenken be-züglich des U-Boot-Krieges und seinen Vorschlags irgendwie einmal einesolche Kundgebu-ng zu machen es war ja alles noch nebelhaft seinenFraktionsgenossen mit, aus irgend einem nicht ganz aufgeklärtenGrunde hat es Exz. Spähn nicht erfahren, aber wir wissen es von Gies-berts. Und dann kommt der 3^ Juli, und da hat Erzberger ganz in der-selben Weise säst wie am k. die schweren Bedenken, die er aus dsmThysscnschen Material gegen den U-Boot-Krieg hatte, auseinandergesetzt.Er hat au'f den Fehler, der Berechnung unseres Admiralstabes hingewiesen,daß wir nämlich nur die feindliche Tonnage in Ansatz gebracht hatten,tvährelüd Englaitd und Amerika in der Lage waren, auch die Neuträlenzu zwingen, ihre Tonnage herzugeben. Dieser Fehler war nach Ansichtvon Erzberger gemacht worden und er brachte es vor. Das ist kein Trerr-

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