scher iunS geschäftlicher Jmteressen in die Zeit des Kvisges M»d die Zeitseiner Nachwirkungen fallen. Es wird auch geprüft werden müssen, obein Abgeordneter, wenn er sich an Behörden wendet, seine eigene Be-teiligung verschweigen darf oder es sogar soll!
Bei «der Auslegung der Artikel 29 »nd 32 der Neichsversassnng kaunzwischen der Statsanwaltschaft, -dem Angeklagte» und lnns wie über-Haupt unter anständigen Mensche« kein Zweifel darüber bestehen, daßder strengste Maßstab augelegt werden muß. Aber andererseits werdenderartige Nechtsarnndsätze wohl immer als Mealgebilde bezeichnetwerden müssen, die durch die Praxis mancherlei Korrektnren finden.Ein Mann, wie Heinrich vom Treitschke , hat erklärt, daß in der innerenParteipM'tik immer Formen der Korruption zu finden seien. DieGegenseite hat sich ans die Akts >des englischen Parlaments von 1850/53als Beispiel der Reinheit parlamentarischer Sitten bezögen. GeradeTreitschke zitiert als Kvrruptionöbeispicl das englische Parlament, weiles zur Hälfte aus Eisenbahndircktvren znsannnengesetzt sei.
Nuu ist versucht worden, hier die Grundsätze festzustellen, nach denendie Praxis >der Minister und Abgeordneten sich richten soll. So oft ichmir diese Frage überlege, ittnß ich sagen, daß hier die Entscheidungin dem subjektiven taktvollen Ermessen des einzelnen Abgeordnetenliegen wird. Man darf wohl denen, die bas Vertrauen des Volkeshaben, auch seinerseits das Vertrauen schenken, Sah sie anständighandeln werden. Das Korrektiv liegt darin, daß die Wähler ihnendas Vertrauen entziehen können. Die Artikel Lg und 32 sind ja ineiner Zeit entstanden, als man an eine solche Entwicklung, wie sie jetztvor sich gegange» ist, überhaupt nicht denken konnte. Die parteipoliti-schen Probleme sind im Ergänzullgsband von Lamprechts Deutscher Ge-schichte eingehend behandelt, und man ersieht daraus, wie «der Sozial!-sieruiigsprozeß der Parteien vorgeschritten ist und wie sich a>us einempolitischen allmählich cin wirtschaftliches Parlament entwickelt hat. Eslies: im Wesen des kapitalistische» Systems, >das bei allen Mängeln nochimmer besser ist als jedes andere, daß jeder mit tausend Fäden danntverknüpft ist, auch bcr Abgeordnete. Die Auffassung des Herrn Ober-staatsanwalts würde zu einem reinen Beamten-Parlament führen oder>von >dem anderen Extrem aus gesehen, vielleicht zn einem Parlament HerParteisekretäre. Ich bezweifele, daß cin solcher Zustand erwünscht ist,und jedenfalls kommen wir öann von der Szulla in die Charybdis.
Im alten Reichstage hatte gerade während des Krieges die Schwer-industrie eineu elitscheidenden Einfluß auf die Rechtsparteien. DieZentrumspartei hat Lamprecht als diejenige Partei bezeichnet, diedem Einflüsse des Großunternehmcrtums am wenigsten unterlegensei. Das hatte der alte Thyssen richtig erkannt, »nd er suchte gutzu-machen, was vor ihm seine Konkurrenten schon längst getan, nament-lich die Nationalliberalen. Der alte Thyssen halte die Zeichen der wirt-schaftlichen Entwicklung ld>eL Parlaments zn Renten gesucht, er ging vonder Ueberlegung aus, wer da nicht mittut, der kommt unter die Räder,Man mag diese Entwicklung bedauern, aber man darf deshalb nichteinen sonst ehrenwerten Mann nach einem papierneu Grundsatz beur-teilen wollen. Selbstverständlich geht es nicht an,-: Mißbrauche durchein Urteil zn legalisieren, aber hier ist doch von Mißbrauchen keines-wegs die Rede. Wer besouöers empfindlich ist, wird sich, glaube ich,auf den Ttandpuukt stellen, solche Sachen mache ich nicht mit, aber es48