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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
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man für den Kampf gegen Erzberger brauchte. Aber: Vtefe Haupt»streitkräfte blieben ans, Hie Ermittlungen ergaben Nichts!

Nun passierte im Laufe der Verhandlung bem^ Angeklagten einweiteres schweres Malheur, nämlich: DerSchwerverdiener" Erzbergererwiks sich als ein Mann von bescheidenem Vermögen, bescheidener, alsHerr Dr, Helfserich es sich jemals überhaupt nur vorgestellt hatte. Da-mit war der Borwurf weggefallen, der Herrn Erzberger beinaheunmöglich Machen mußte, der des Angeklagten stärkste Stütze war.Denn große Masse des Volkes, des arbeitenden Volkes, ist ja immernäher an Erzverger herangerückt, je mehr er von Thyssen abrückte undje mehr >>hn sein Standpunkt nach links zur Vertretung rein demokrati-scher Prinzipien führte. Und in den Augen dieser Männer mußte ernatürlich unmöglich werden, wenn es hicsz:Erzberger ist ein Schwer-verdiener." Daher auch die nochmalige PoiMcrung des Hapagsalles, diemein Gegner gestern in seinem Plaidoyer gaS. Das zielt inrmer ia die--selbe Ecke, wo die Arbeiterschaft sitzt, nnd wo Erzberger Heute großeSympathien hat, weil er die Besttzstenergesetze gegen diejenige» gemachthat, die Geld haben, nnd weil er die große Ansteilnng der Vermöge»in De«tschland vornehmen will. Dort sollte Erzberger geschlagen «erde«!Daher derSchwerverdiener", daher die Hapaggeschichte.

Aber beides ist fehlgegangen. s>

Nachdem Helfferich Sieses Malheur^ geschehen, war, mutzte derwankende Bau durch andere künstlichere Mittel gestützt werben, und nunkam das, worüber wir uns oft genug unterhalten und gestritten haben:Sie suggestive Fragestellung und das pointierte Feststellen bei jedemgegen Erzberger ungünstig aussagenden Zeugen, indemnochmals fest-gestellt wurde", oder in der Frage das, was «der Zeuge Ungünstiges, Be-lastendes gesagt Hatte, wiederholt wurde. Wurde nicht nachgewiesen,Saß Erzberger in Her Sache etwas getan hatte, so wurde er gefragt:Fa,warum nicht?"Dann mutz er etwaL unterlassen haben!" Es kam so-weit, daß Dr. Helfferich eine hypothetische Frage stellte, die Erzbergerleicht beantworten konnte, und daß er sein momentanes Schweigen dazubenutzte, die Frage zurückzuziehen, damit dann wie es tatsächlich ge-schehen ist in der Presse der Eindruck erweckt wurde, als könne Erz-berger die Frage nicht beantworten-. Eine Frage, über einen reininneren Vorgang, dessen Gegenteil niemand beweisen kaun!

Die sogenannte BertetdiguUgSrede, die in Wirklichkeit eine Anklageredewar, die Verteidigungsrede" des Herrn Angeklagten befand sich vorherin den Häden der Presse. Mit solchen Mitteln hat er gearbeitet. In HerBeweis ansnahme wurde jeder Zeuge auf nachteilige Dinge abgeklopft. Wonichts bewiesen werden, konnte, wurde durch äutzerst subtile Frage-stellung der Eindruck hervorgerufen» als sei doch vielleicht etwas daran.Ich erinnere an den Fall Ostropa, wo tatsächlich festgestellt wurde, daßman Herrn Erzberger, ohne daß er eine Ahnnug davon Hatte, zumAufsichtSratsmitglied dieser Gesellschaft gewählt hatte. Das war fest-gestellt, aber das genügte Dr. Helfferich nicht. Er fragte, er fragtewieder, er arbeitete so, wie wir mit dem Feuerzeug machen, das wiralle bei uns tragen, das fünfzehnmal versagt und das wir doch immerwieder probieren: Vielleicht geht es doch!Fragen wir erst ein bißchen,unid dann noch eiu bißchen" und nnu wird gefragt, ob die Ostropavielleicht mit dem Neichsverwertungsamt zu tun gehabt Hat. Das

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