geklagten, der daS religiöse Empfinden jedes Katholiken tief verletzend«Drama „Ülrich von Hatten" gegen den Katholizismus und kirchliche Ei»rich>tungen geschrieben hat. Zu einem solchen Manne mit solcher Gesinnungkonnte ich doch nicht gehen, als ich für einen Katholiken Gerechtigkeit fordernmußte.
Mehr als sechs Wochen Verdächtigungsfreiheit hat der Angeklagte rück-sichtslos ausgenutzt. Ich ober habe für unser Volk in selbstloser Weise ge-arbeitet, meinen Grundsätzen treu bleibend, und werde für unser Volk weiterarbeiten.
Ich 'kämpfe für die Freiheit des Parlaments uns gegen Ausnahmegesetzegegen die Volksvertreter.
Spiel mit Worten.
Der Erste StaatsamvaÄ hat sich die Aufgabe gestellt, rnus den unter denKriegsereignissen rasch wechselnden Bildern zu erforschen, ob ich bewußtdie Unwahrheit gesagt habe, und er findet den Mut, dies zu bejahen.Ich kann nur auf das Bestimmteste wiederholen^ daß ich keinen Augenblickdaran Zweifeln konnte, daß ich es bei der Reise nach Wien mit einemausgesprochenen Auftrag des Kanzlers zu wn hatte. Es ist doch nur einSpiel mit Worten, ob man die vom Kanzler bekundete Instruktion, in Wenden nraßgebenden Persönlichkeiten den Rücken zu' stärken und sie von einemSonderfrieden abzuhalten, einen Auftrag nennen will oder nicht. Undebenso heißt es, die wirklichen lebensvollen, ja leidenschaftlichen Vorgängeihres Lebens zu entkleiden, wenn man eine Vorbereitung des Kanzlers aufdie allmählich aus der Situation lawinenartig herauswachsende Friedens-resolution in Abrede stellen will und sich an einen vielleicht schiefenAusdruck in der Pressepolemik klammert. Ich kann mich nur der Warnungmeines Rechtsbeistandes, hier Geschichte schreiben zu wollen, dringend an-schließen. Herr von Bethmann hat gesagt, daß seiner Erinnerung nach ichvor dem sogenannten Vorstoß vom 6. Juli ihn seit dem 7. Juni nicht mehrbesucht hatte und daß ihm dies aufgefallen sei. Demgegenüber erinnere ichHerrn von Belhmann-Hollweg nur daran, daß ich in den allerletzten Juni»tagen anläßlich der Anwesenheit des Nuntius Pacelli in Berlin bei ihmabends zu Gast war. Und ein Zweites: Hören Sie, meine Herren, wasLudendorff in seinen Kricgserinnerungen schreibt:
„Unsere Anwesenheit in Berlin am 7. Juli verlief nach jederRichtung hin ergebnislos. Wir kehrten abends nach Kreuznachzurück" D. 359),
uno an anderer Stelle noch bestimmter:
„Twr Generalfeldmarschall und ich waren bei unserer ersten An-wesenheit in Berlin am 7. Juli bereit gewesen, Mitglieder des Reichs-tages im Generalsiabsgebäude in zwangloser Form Aufklärung überunsere Kriegslage zu geben."
Wer hier über jene ausgeregten Zeiten Klarheit gewinnen will, mußalle dabei tätig'gewesenen Persönlichkeiten hören. Und auch dann wird esschwer sein, ein absolut richtiges Bild zu gewinnen, denn, meine Herren,jeder Zeuge ist zugleich Partei.
7S