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letzt wird, der ihn, wie so manches Andere im Leben,an den zwischen den Anforderungen der geläutertenVernunft und den überkommenen, tief eingewurzeltenFormen aller Art von Götzendienerei obwaltendenUnterschied erinnert. Die Thronrede selbst fanden dieeinen farblos, die Andern fein und wohlberechnet, nochAndere endlich stark und bedeutsam. Jedenfalls hatsich einmal das Königthum noch vor der Majorität desZollparlaments ausgezeichnet, denn es hat doch gewagtvom „nationalen Gedanken“ und von der künftigenAufgabe, von Krieg und Frieden, von Deutschland undOesterreich zu sprechen, lauter Dinge, auf welche dieErwählten des Volks in ihrer Mehrheit kein anderesWort anzuwenden fanden, als etwa dieses:
„Ich aber legte die Hand auf den Mund undschwieg.“ *)
Am Tag nach der Eröffnung war dann das grossekönigliche Bankett. Es war das erste Mal in meinemLeben, dass mich ein König zu Tisch geladen hatte,und es kam mir recht spanisch vor. Ich frag mich,ob ich meinen guten Grundsätzen nichts vergäbe, wennich mich so vertraulich mit allerhöchsten Personen ein-
*) Diese Anspielung bezieht sich auf den im folgenden Briefebesprochenen Beschluss des Zollparlaments, der eine Antworts-adresse auf die Königliche Botschaft ablehnte.