13
liesse, aber ich antwortete mir nach einiger Ueber-legung, dass der Mensch des neunzehnten Jahrhundertszunächst vorurtheilsfrei sein müsse und auch bei ge-krönten Häuptern davon keine Ausnahmen machendürfe. Auch hatten mir minee Freunde, Löwe undDuncker, welche bekanntlich zur preussischen Fort-schrittspartei gehören und mit der Gegenwart unzu-friedener sind, als unser Einer, versichert, dass sieunbedenklich zu Tische kommen würden. Da dachteich, wenn das grüne Holz hingeht, darf das dürre dochgewiss hingehen. Und so zog ich mir eine weisseHalsbinde an und ging oder vielmehr ich fuhr, dennobgleich ich nur zwei Schritt vom Schloss wohnte, somusste ich mir doch, da es mit Eimern vom Himmelherabgoss, im letzten Augenblicke schnell eine Droschkenehmen. Aber das half mir wenig. Sobald nur meinKutscher sich in der Nähe des Schlosses befand, warder von zu Pferde Wacht haltenden Constablern vonrechts und links hin und her kommandirt, herüberund hinüber befohlen, gescholten und kujonirt, dassich mit dem armen Kerl das innigste Mitleid empfand.Während die Herren in den blauen Uniformen und denPickelhauben nämlich so gottesjämmerlich mit meinemFünfsilbergroschenfuhrwerk umging, machten sie dengrossen Carossen aufs emsigste breite Bahn, und alswir nun gar an den Schlosshof kamen, da harrte mei-